Zeichnen in Tbilisi

Weltreise Tag 4 bis 7

Nach Kiew ging es auf meiner Weltreise mit dem Flugzeug weiter nach Tbilisi, der Hauptstadt von Georgien. In einigen Ecken der Stadt duftet es nach frisch gebackenem Brot, reifem Obst, Gemüse und Gewürzen. In anderen Ecken steigen einem wiederum Düfte in die Nase, die man lieber nicht kennengelernt hätte. Die Straßen sind eng und kaputt, Fußgängerwege findet man außerhalb des Zentrums selten, Autofahrer bereichern die Geräuschkulisse mit ständigem Hupen und durch die Straßen ziehen unzählige streunende Hunde und Katzen.

Spontaner Ausflug vor dem Schlafengehen

Vom Flughafen ging es mit dem Bus und nach einem kurzen Fußmarsch in weniger als einer Stunde zum Hotel. Eigentlich stand Schlafen auf dem Plan, da aber nur weniger Meter hinter dem Hotel eine äußerst imposante Sehenswürdigkeiten von Tbilisi liegt, wurden die Schuhe schleunigst wieder angezogen.

Sameba-Kathedrale in Tbilisi

Die Sameba-Kathedrale ist eine der wichtigsten Georgisch Orthodoxen Kirchen und die größte Kirche im Gebiet des Südkaukasus. Vor dem Bau der Sameba-Kathedrale sendeten zahlreiche Architekten in einem Architektenwettbewerb ihre Entwürfe für die Kathedrale ein, von denen der Bau eines Entwurfs im Jahr 2004 vollendet wurde. Sie ist also noch ein ziemlich junges Kirchengebäude.

Sameba-Kathedrale in Tbilisi

Bei meinem Besuch wurde ich Zeuge einer wunderschönen Kulisse: Der Regen zuvor am Tag lies den gesamten Platz durch das Wasser wie einen Spiegel wirken, sodass sich atemberaubende Bilder schießen lassen konnten.

Saint Trinity Kathedrale Eingang

Die Kathedrale darf betreten werden, jedoch ist es verboten Bilder zu machen und man muss sich an gewisse Regeln halten wie beispielsweise seinen Kopf bedeckt halten. Am besten informiert man sich vorab, denn mit ein wenig Pech sitzt ein schlecht gelaunter Mann am Eingang, der auf Nachfragen negativ reagiert und einem das Gefühl gibt lieber schleunigst das Weite zu suchen.

Saint Trinity Kathedrale in Tbilisi

Laternen der Saint Trinity Kathedrale

Spiegelung der Saint Trinity Kathedrale in einer Pfütze

Alltag in Tbilisi

An meinem ersten vollen Tag in Tbilisi wollte ich mir die Stadt von ihrer alltäglichen Seite anschauen. Statt imposanter Sehenswürdigkeiten standen Wohngebiete und Seitenstraßen auf dem Plan.

kaputte Häuser in Tbilisi

Viele der Häuser und Straßen in Tbilisi sind nicht nur alt, sondern auch ziemlich kaputt. Auf den Gehwegen laufen keine Menschen, da sie von parkenden Autos blockiert sind. Dies stört allerdings niemanden; Man läuft einfach auf der Straße und macht Platz, wenn ein Auto an einem vorbei fährt.

Hinterhof in Tbilisi

Beim Schlendern durch die Straßen fällt auf, dass in Tbilisi zahlreiche Granatapfelbäume und Weinreben wachsen. Die Weinreben klettern überall hoch, wo sich die Ranken festklammern können. Sie wachsen an den Hauswänden, schlängeln sich um Zäune und machen selbst vor Kabeln keinen Halt, die gegenüberliegende Häuser mit einandeer verbinden.

Pflanzen am Haus in Tbilisi

Nicht alle Häuser in Tbilisi sind jedoch kaputt: Fernab vom Stadtzentrum fand ich ein neu gebautes Hochhaus, das direkt gegenüber eines alten Hochhauses stand.

Kontraste in Tbilisi

Stände mit Lebensmitteln gehören zum Stadtbild von Tbilisi genauso dazu, wie die vielen kaputten Häuser. Fisch, Obst, Gemüse, Gewürze, Süßigkeiten: Alles wird auf aufklappbaren Tischen oder in Kisten am Straßenrand präsentiert.

Verkaufsstand mit Fischen in Tbilisi

Die Menschen hinter den vielen Verkaufsständen gehören alle zum älteren Teil der Bevölkerung. Manche von ihnen sind so alt, dass man hofft, dass ihnen jemand beim Aufbau der schweren Kisten zur Hand geht.

Verkaufsstand mit Obst in Tbilisi

Tagesausflug zum Tbilisi Reservoir / Tiflis-Speicher

Auch am nächsten Tag war das Wetter in Tbilisi fabelhaft, weshalb es auf einen zirka zweistündigen Fußmarsch zum großen See am Rand von Tbilisi ging. Wer fit ist, schafft es sicher schneller von der Altstadt dort hin, aber es geht eine ziemlich lange Strecke bergauf und mir ging ziemlich schnell die Puste aus.

Georgische Kirche in Tbilisi

Tragisch war das nicht, denn während einiger Verschnaufpausen stellte ich fest, dass ich mitten in einem Komplementärkontrast stand: Der Himmel strahlte blau, während der Boden durchzogen war von gelbem Gras.

Wohnblock in Tbilisi

Am See wehte ein ziemlich kühler Wind und die Sonne versteckte sich hinter den Wolken. Lange blieb ich hier nicht, denn nach ein paar Aufnahmen mit der Drohne machte ich mich auch schon wieder auf den Rückweg.

Tbilisi Reservoir / Tiflis-See / Tiflis-Speicher

Sightseeing-Tour in Tbilisi

Bevor es am Abend mit dem Zug weiter nach Jerewan in Armenien gehen sollte, hatte ich noch genügend Zeit die großen Sehenswürdigkeiten in Tbilisi zu besuchen.

Die Häuser in der Altstadt sehen übrigens ganz anders aus, als die Häuser auf meiner ersten Erkundungstour durch Tbilisi am ersten Tag. Die Häuser sind allesamt gepflegt und beherbergen unzählige Restaurants, Geschäfte, Gasthäuser und Hotels. Dementsprechend trifft man hier auch auf jede Menge Touristen, die die Altstadt auf eigene Faust erkunden oder einem Reiseführer hinterher trotten.

schöne Straße in der Altstadt in Tbilisi

Nariqala

Die Nariqala ist die Ruine einer Festung in Tbilisi, die im späten 3. Jahrhundert erbaut wurde und aufgrund ihres Standortes auf dem dem Gipfel des Sololaki-Gebirgskamms bei gutem Wetter von vielen Punkten der Stadt aus gesehen werden kann.

Aussicht von der Burg von Tbilisi

Man kann die Nariqala bequem über eine Seilbahn für nur 2,50 Lari pro Person (das sind zirka 80 Cent) oder über eine Straße aufwärts die Festung zu Fuß erreichen. Die Aussicht von oben ist grandios. Zur einen Seite schaut man in die Natur mit Bäumen, Klippen und Felsen, zur anderen Seite schaut man auf die Stadt.

Aussicht von der Burg von Tbilisi in die Natur

Aussicht von der Burg von Tbilisi auf die Stadt

Friedensbrücke

Die Friedensbrücke ist noch sehr jung: Die 150 Meter lange Brücke aus Glas und Stahl wurde im Mai 2010 eröffnet und verbindet die Altstadt mit dem Rike-Park über dem Kura-Fluss.

Brücke von Tbilisi

Brücke von Tbilisi

Brücke von Tbilisi

Zeichnungen aus Tbilisi

Tbilisi füllte zwei Seiten in meinem Skizzenbuch und die Auswahl der Motive hätte nicht alltäglicher ausfallen können: Ein Haus und Obstkisten. Ehrlich gesagt habe ich noch nie Begeisterung zum Zeichnen von Häusern aufbringen können, aber Tbilisi änderte das.

Skizze von einem Haus in Tbilisi

Skizze von einem Marktstand in Tbilisi

Ein paar letzte Gedanken

Tbilisi erinnerte mich mit seinen kaputten Häusern und schlechten Straßen unwillkürlich an das kleine Städtchen in Polen, wo meine Mutter geboren war. Jedoch vor über 20 Jahren, bevor die EU es auf Vordermann brachte. Man begegnet der Armut der Bevölkerung in Tbilisi überall, denn sogar die Ältesten gehen täglich auf die Straßen und versuchen irgendetwas zu verkaufen, um Geld zu verdienen. Allerdings findet man auch Ecken, die wesentlich besser aussehen, sodass natürlich nicht alles schlecht ist.

Tbilisi hat seinen ganz eigenen Charme, der so viel anders ist, als das, was man aus Deutschland kennt. So oder so nehme ich eine Menge Inspiration und neue Eindrücke von Tbilisi mit.

Tbilisi, eine Stadt mit Charme

Alle Teile der Reihe Weltreise 18/19

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