Zeichnen in Seoul

Weltreise Tag 31 bis 33

Auf die 12. Haltestelle meiner Weltreise freute ich mich besonders, denn es ging nach Seoul! Es war mir egal, dass dort klirrend kalte Minusgrade im Dezember herrschten und genauso egal war es mir, dass ich eigentlich nur einen vollen Tag in der südkoreanischen Hauptstadt zum Entdecken Zeit hatte, denn es war ein Wiedersehen nach vielen, vielen Jahren. Außerdem gibt es etwas ganz Besonderes in Seoul, das ich nirgendwo sonst auf der Welt so gesehen habe.

Socken, Socken, Socken!

Ich habe eine riesige Schwäche für Socken. Nein, eigentlich liebe ich Socken! An keinem anderen Ort der Welt habe ich je so viele und auch so schöne Socken gesehen wie in Seoul, was die Stadt für mich eindeutig zum Socken-Paradies macht und Grund genug ist, sie so oft wie möglich zu besuchen.

Die schönsten Socken der Welt gibt es in Seoul

Ich wüsste nicht, warum ich jemals zu langweilig einfarbigen Socken zurückkehren sollte, wenn es die Möglichkeit solch bunter und abwechslungsreicher Motive gibt. Zugegeben, manchmal begegnet man auch fragwürdigen Motiven, aber hauptsächlich sind die Socken niedlich gestaltet mit Tieren oder Helden aus der Kindheit.

Die schönsten Socken der Welt gibt es in Seoul

Einen meiner Helden habe ich sofort entdeckt, jedoch nicht aus der Kindheit, sondern aus dem Studium: Shin Ramyun! Über den Kauf musste ich keine Sekunde nachdenken, denn diese Socken mussten einfach Teil meiner Sammlung werden.

Shin Ramyun Socken

Im Studium habe ich mich sehr oft von den südkoreanischen Instant Nudeln ernährt. Auch wenn es keinesfalls einer gesunden Ernährung entspricht, so ist die Zubereitung schnell, kostete nicht all zu viel und extra Zutaten wie Zucchini, Champignons, Ei und Fleisch machten es zu einer sättigenden Mahlzeit, nach der ich wieder stundenlang lernen konnte.

Shin Ramyun

Ausflug zum Hanok-Dorf Bukchon

Nach einer hitzigen Socken-Jagd, deren Ausbeute gerade noch so in den Koffer passte, gab es auch Zeit für einen kleinen Ausflug zum Hanok-Dorf Bukchon.

Ein Besuch des kleinen Dorfes mitten in Seoul gleicht einer Zeitreise, denn hier befinden sich traditionelle Häuser (Hanok) aus der Joseon-Dynastie (1392 - 1910). Verschiedenen Erfahrungsberichten im Internet zufolge soll das Dorf überlaufen sein von Touristen, sodass man nur schwer die schönen Häuser bewundern kann. Während meines Besuches hatte ich das Dorf beinahe für mich alleine, was mit großer Sicherheit auf die Minusgrade zurückzuführen war.

Hanok-Dorf Bukcheon Häuser

Auch wenn einige Häuser kleine Shops, Restaurants und Cafés beherbergen, so werden viele der Häuser auch aktiv bewohnt. Als Tourist sollte man daher nicht aus blinder Neugier einfach in einen Hinterhof spazieren oder in ein Fenster hineinschauen.

Hanok-Dorf Bukcheon Shop

Wer nun befürchtet die Häuser alle nur von außen bewundern zu können, der kann aufatmen: Manche der Häuser fungieren wie ein kleines Museum und dürfen genauer untersucht werden. Infotafeln erklären im Detail wie die Häuser aufgebaut waren und wofür die verschiedenen Räume genutzt wurden.

Hanok-Dorf Bukcheon Innenhof

Paläste in Seoul – Kennt man einen, kennt man alle?

Oberflächlich betrachtet sehen die Paläste in der Tat ähnlich aus, aber dennoch kann man sie nicht alle über einen Kamm scheren. Wer glaubt nach dem Besuch eines Palastes alle zu kennen, der irrt sich gewaltig.

Lasst uns einen Blick auf zwei unterschiedliche Paläste werfen.

Gyeongbok Palast

Während meiner ersten Reise nach Seoul im Sommer 2013 besuchte ich eine der wohl beliebtesten Anlaufstellen für Touristen: Den Gyeongbok Palast. Er ist eine der Sehenswürdigkeiten, die man sich bei einem Besuch von Seoul keinesfalls entgehen lassen sollte. Die Anlage des Palastes ist riesig und ehe man sich versieht, hat man hier einen halben Tag verbracht.

Gyeongbok Palast in Seoul

Der Gyeongbok Palast ist der größte Palast in Seoul. Wie viele kulturellen Schätze wurde auch dieser Palast während der japanischen Besetzung Koreas (1910 bis 1945) zerstört, aber nach dem Krieg wieder restauriert. Der Eintritt kostet 3.000 Won pro Person (zirka 3 €).

Gyeongbok Palast in Seoul

Die Details der Dächer sind grandios. Der Gyeongbok Palast ist zwar nicht der einzige Ort in Südkorea mit derartiger Kunst an den Dächern, aber das macht sie nicht weniger beeindruckend. Man bestaunt den Palast stets mit anderen Touristen, denn auch die brütende Hitze im Sommer hielt niemanden davon ab dieses wunderschöne Kulturgut zu besuchen.

Dach im Gyeongbok Palast in Seoul

Unhyeon Palast in Seoul

Ganz anders ging es beim Unhyeon Palast im Winter 2018 zu, denn hier war außer mir keine Menschenseele auf dem Gelände. Es wäre unfair ihn mit dem pompösen Gyeongbok Palast zu vergleichen, aber dennoch würde ich niemandem davon abraten einen kleinen Palast zu besuchen.

Unhyeon Palast in Seoul

Man kann in völliger Stille über das Gelände spazieren, in die einzelnen Häuser schauen und sich frei von jeglichen Störfaktoren vorstellen, wie es damals war hier zu leben. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.

Unhyeon Palast in Seoul

Jeder Palast, egal wie klein oder groß, schreibt sein eigenes Kapitel in der Joseon-Dynastie. Ist ein Palast aber nun interessanter als der andere? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Für Geschichtsbegeisterte sind die einzelnen Paläste wie begehbare Puzzleteile historischer Momente, aber wer nicht so tief in die Materie eintaucht und schlichtweg die beeindruckendsten Bauten der Vergangenheit sehen möchte, der ist im Gyeongbok Palast sicherlich besser aufgehoben, als in den kleineren Palästen.

Unhyeon Palast in Seoul

Zeichnungen aus Seoul

Gut, dass ich Buntstifte auf die Weltreise mitgenommen habe, denn Seoul ohne Farbe zu zeichnen wäre undenkbar gewesen.

In Seoul trifft man viele enge Straßen, deren Hauswände voll gespickt sind mit bunt leuchtenden Schildern. Das war ein Motiv, das unbedingt in mein Weltreise-Skizzenbuch hinein musste.

Zeichnung: Straße in Seoul

Auch die reich verzierten, traditionellen Dächer sollten nicht fehlen. Ich kämpfte ein wenig mit dem Fingerspitzengefühl und der Geduld bei den vielen Verzierungen, dabei kritzelte ich nur auf einem kleinen DIN A5 Format herum. Das lässt einen erst recht das Werk der Architekten und Künstler der Häuser in Korea wertschätzen.

Zeichnung: Dach in Südkorea

Zeichnung: Farben und Muster in Südkorea

In dem letzter letzten Zeichnung von einem Tor des Unhyeon Palastes hat sich ein Fehler eingeschlichen, der mich ziemlich zum Lachen gebracht hat, nachdem er mir auffiel. Ausgebessert wurde er daher nicht, denn vielleicht bringt er ja auch einen von euch zum Lachen :)

Zeichnung: Tor im Palast Südkorea

Straßen & Alltag in Seoul

Rauchverbot auf den Straßen von Seoul

Mann transportiert Dinge in Seoul

Schilder in Seoul

Reiskuchen-Shop in U-Bahn Station, Seoul

Stand mit leckeren Speisen in Seoul

Ein paar letzte Gedanken

Ich habe Seoul schon lange vor meinem ersten Besuch im Sommer 2013 lieben gelernt, nämlich während meines Studiums in den Koreastudien. Ein kurzer Beitrag von einem Besuch, bei dem man gerade einmal einen Tag Zeit hatte zum Erkunden, wird der Stadt natürlich überhaupt nicht treu. Es gibt hier noch so viel mehr zu entdecken, dass für mich ein erneutes Wiedersehen außer Frage steht. Ich brauche ja auch irgendwann wieder neue Socken!

Das Beste zum Schluss: Ich habe außerdem eine sehr gute Freundin nach vielen, vielen Jahren endlich wieder gesehen, was Seoul somit für mich jetzt schon zum schönsten Reiseziel auf der ganzen Weltreise macht, auch wenn noch ein paar Haltestellen vor mir liegen.

Auf dem Weg zum Restaurant in Seoul

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