Zeichnen in Osaka

Weltreise Tag 34 bis 37

Auch wenn mir der Abschied von Südkorea ein wenig schwer fiel, so übermannte mich im Flugzeug sofort die Vorfreude auf die 14. Haltestelle meiner Weltreise: Osaka in Japan! Nach dem sehr kurzen Aufenthalt in Busan fühlten sich die drei vollen Tage in Osaka fast wie eine Ewigkeit an und ich konnte sogar einen Tag für einen Ausflug nach Kyoto nutzen, zu dem ein separater Beitrag noch folgen wird.

Ankunft in Osaka

Osaka begrüßte mich am Abend mit bunt leuchtenden Bäumen, die sich entlang einer langen Hauptstraße mitten im Zentrum aneinander reihten. Ich fragte mich, ob Osaka immer so schön beleuchtet ist oder ob es vielleicht daran lag, dass Weihnachten vor der Tür stand.

Festival of Lights in Osaka

Weniger weihnachtlich, aber dennoch bunt beleuchtet ging es auf den Seitenstraßen zu, die mich zum Hotel führten. Osaka scheint eine ziemlich friedliche Stadt zu sein, denn obwohl es nicht später als 20 Uhr war, herrschte absolute Stille auf den Straßen.

Straße in Osaka

Ich ließ den Abend mit dem wohl leckersten Ramen meines Lebens ausklingen und ging zeitig zu Bett, um für den nächsten Tag fit und ausgeruht zu sein.

Ramen in Osaka

Osaka zu Fuß erkunden

Nach einem sehr leckeren Frühstück im Hotel WBF Kitasemba West startete ich meinen sehr langen Spaziergang durch die Stadt. Das Wetter hätte an diesem Tag nicht besser sein können und die Lage des Hotels war so gut, dass ich bereits eine halbe Stunde später vor der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit in Osaka stand.

Burg Osaka

Die Burg Osaka ist die berühmteste Burg in Osaka und gehört zu den bekanntesten Burgen Japans. Sie wurde erstmals im 16. Jahrhundert errichtet und über die Jahrhunderte mehrmals zerstört, beschädigt und wieder aufgebaut. Der jüngste Wiederaufbau fand vor gar nicht so langer Zeit zwischen 1997 bis 2000 statt, wo der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Hauptturm erneut aufgebaut wurde.

Burg Osaka Hauptturm

Auch wenn der Hauptturm in der Vergangenheit oft in Mitleidenschaft gezogen wurde (1665 brannte er beispielsweise komplett nieder nach einem Blitzeinschlag), so zieht er heute unzählige bewundernde Blicke auf sich. Im inneren des Turms befindet sich ein Museum, das die Geschichte der Burg im Detail erklärt und auf der obersten Etage können Besucher auf einer Aussichtsplattform den Blick über Osaka schweifen lassen.

Burg Osaka Hauptturm

Wie der damalige Adel wohl reagieren würde, wenn er wüsste, dass heute das Fußvolk aus aller Welt die Burg besucht und freimütig auf ihrem Geländer umher spaziert?

Burg Osaka Hauptturm

Spaziergang durch Osaka

Nach dem Besuch der Burg Osaka ging es ohne konkreten Plan spontan der Nase nach durch die Stadt. Angst davor sich zu verlaufen muss man nicht haben, denn es ist ziemlich einfach durch Osaka zu navigieren. Die meisten Straßen bilden Quadrate, daher zählt man einfach die Quadrate ab, die man bereits zurückgelegt hat oder die sich noch vor einem befinden. Zur Not kann man aber auch immer die U-Bahn nehmen, deren Schilder und Pläne alle auch im römischen / lateinischen Alphabet geschrieben sind.

Häuser in Osaka

Osaka ist extrem sauber. Obwohl es nirgendwo Mülleimer zu geben scheint, findet man weit und breit keinen Müll auf den Straßen. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich nicht einmal Kaugummis auf dem Boden gesehen habe.

Laden in Osaka

Während meines Spaziergangs sah ich, wie einem Mann in Eile versehentlich ein Stück Papier aus der Jackentasche fiel. Zwar bemerkte er es nicht, aber dafür die zufällig hinter ihm laufende Frau, die es ohne zu zögern aufhob. So etwas würde man in Berlin nie sehen.

Saubere Straße in Osaka

Festival of Lights in Osaka

Als die Sonne untergegangen war und ich mich auf den Rückweg zum Hotel machte, ging mir ein Licht auf: Die Bäume, die ich bei meiner Ankunft gesehen habe, waren nicht wegen Weihnachten mit Lichterketten geschmückt worden, sondern anlässlich des Festival of Lights!

Meinen Rückweg brach ich daher direkt ab und stürzte mich mitten in das Festival hinein. Bislang habe ich es nur in Berlin gesehen und fand es super spannend nun auch eine andere Stadt in bunten Farben aufleuchten zu sehen.

Festival of Lights in Osaka

Das Rathaus war dekoriert mit Etwas, das wie ein riesiger Stern oder eine riesige Schneeflocke aussah, der sanft in verschiedenen Farben aufleuchtete.

Festival of Lights in Osaka, Rathaus

Die Stadthalle hingegen wurde mit dynamischen Bildern angeleuchtet begleitet von Musik, sodass sie an eine sehr elegante Open-Air Kinoleinwand mit hunderten gebannten Zuschauern erinnerte.

Festival of Lights in Osaka, Stadthalle

Im Rosengarten Nakanoshima östlich gelegen von der Stadthalle befand sich eine kleine Installation mit zahlreichen bunten Lampions.

Festival of Lights in Osaka, Lampions

Als ich die Installation passierte, dachte ich im ersten Moment hunderte winzige weitere Lampions dieser Art zu sehen, aber er handelte sich um eine ganz besondere Art von Dekoration.

Festival of Lights in Osaka

Was man hier sah, waren nämlich von Schülern in Osaka verzierte, kleine, beleuchtete Papiersäckchen. Welch schöne Idee, Schüler am Festival of Lights teilnehmen zu lassen! Besser hätte der erste Tag in Osaka für mich nicht enden können.

Festival of Lights in Osaka

Letzter Tag in Osaka

Da der Flug zur nächsten Haltestelle erst spät am Abend startete, blieb am dritten Tag in Osaka noch genügend Zeit, um weitere Orte der Stadt zu erkunden. Überraschenderweise rebellierten meine Beine auch nicht, obwohl der Tagesausflug am zweiten Tag nach Kyoto ihnen doch einiges abverlangte.

Zu Fuß durch Osaka

Dotonbori

Unter Dotonbori versteht man den Doton Kanal, der nach dem wohlhabenden Händler Yasui Doton benannt ist. Doton investierte im 17. Jahrhundert mit seinem Privatvermögen in das Bauprojekt des Kanals, dessen Fertigstellung er jedoch nicht mehr miterlebte, da er den Schlachten der Belagerung von Osaka 1615 zum Opfer fiel. Sein Cousin führte sein Projekt jedoch zu Ende und benannte den Kanal zu seinen Ehren nach ihm.

Dotonbori / Doton Kanal in Osaka

Direkt neben der bekannten Brücke des Doton Kanals befindet sich ein großes Schild, das über die Jahre ebenfalls einen sehr großen Bekanntheitsgrad erlangte. Es handelt sich um The Glico Running Man, das ein beliebter und unverfehlbarer Treffpunkt für Menschen ist und vor dem auch oft der Sieg diverser Sportevents gefeiert wird.

The Glico Running Man in Osaka

Kuromon Markt

Der Kuromon Markt wird gerne auch als Küche von Osaka bezeichnet, da hier jeder vom Küchenchef bis hin zur Großmutter Zutaten zum Kochen kauft. Man munkelt, dass es hier die besten Meeresfrüchte geben soll.

Kuromon Markt in Osaka, Meeresfrüchte

Langweilig wird es hier auf jeden Fall nicht, denn wohin man schaut befinden sich interessante Waren, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Kuromon Markt in Osaka

Interessant waren auch die Preise der Waren, denn Fleisch kostete mitunter zirka 20 € pro 100 g. Später erklärte mir ein Japaner, dass in Japan die Kultur des Schenkens sehr groß geschrieben wird und man daher beispielsweise für ein paar Erdbeeren bis zu 100 € zahlt, um sie zu verschenken. Diese Erdbeeren könnt ihr in dem Video bei 0:28 sehen.

Kuromon Markt in Osaka, Fleisch

Auf dem Kuromon Markt findet man auch Stände, die leckere Snacks und Gerichte zubereiten, die man direkt vor Ort genießen und vernaschen kann. Eigentlich ist das ein Muss, denn man kann gar nicht nicht hungrig werden bei all den leckeren Düften.

Kuromon Markt in Osaka, Stand

Abeno Harukas in Osaka

Die letzte Sehenswürdigkeit, die ich in Osaka besuchte bevor es zum Flughafen ging, war das exakt 300 Meter große Gebäude namens Abeno Harukas. Das Gebäude wurde 2014 eröffnet und ist derzeit das größte Gebäude in Japan.

Abeno Harukas in Osaka

Im Abeno Harukas befinden Büros, ein Hotel und mehrere Geschäfte. Ich besuchte das Gebäude jedoch ausschließlich für die Dachterrasse, die an einen modernen kleinen Park erinnert.

Abeno Harukas in Osaka, Terrasse

Bevor es nämlich zurück zum Flughafen geht, wollte ich noch einen letzten Blick auf Osaka von oben werfen. Es ist eine wirklich tolle Stadt, die ich gerne noch einmal besuchen möchte, allein um mich tagelang durch all die verschiedenen Gerichte zu futtern.

Aussicht vom Abeno Harukas auf Osaka

Zeichnungen aus Osaka

Die Burg Osaka bahnte sich direkt als erstes Motiv ihren Weg in mein Weltreise-Skizzenbuch, gefolgt von einem alltäglichen Moment auf einer Straße. Ich kann mir nicht erklären, warum ich beide Zeichnungen nur zur Hälfte fertig gezeichnet habe, aber wenigstens zieht sich durch die Osaka-Zeichnungen ein einheitlicher Stil.

Zeichnung Burg Osaka

Zeichnung Straße in Osaka

Ein paar letzte Gedanken

Neben all den tollen Eindrücken in Osaka ist es die Sauberkeit auf den Straßen, die mich am meisten beeindruckt hat. Zugegeben, nach Jakarta kann ich über Berlin nicht mehr sagen, dass es zugemüllt ist, aber im Vergleich zu Osaka wirkt Berlin dennoch dreckig.

Aber wie kommt es, dass eine Frau den Zettel eines Fremden aufhebt und niemand einen leeren Becher auf die Straße wirft? Man erklärte mir, dass es in Japan keine Reinigungsfachkräfte an Schulen gibt und die Schüler alle ihre Schule selber putzen. Das ist keine Maßnahme zum Geldsparen, sondern soll Schüler schon in jungen Jahren dazu bringen ihre Umwelt sauber zu halten. Wie man sieht, klappt dies wunderbar.

Festival of Lights in Osaka

Alle Teile der Reihe Weltreise 18/19

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