Zeichnen in Melaka

Weltreise Tag 19

Melaka stand ursprünglich nicht auf dem Plan der Weltreise, aber da die Stadt nur 150 Kilometer südlich von Kuala Lumpur liegt und zum UNESCO Welterbe gehört, lohnte es sich alle Pläne über den Haufen zu werfen und hier einen letzten Tag zu verbringen, bevor es am Abend mit dem Flugzeug weiter zur nächsten Haltestelle gehen sollte.

Spontan schlecht geplante Anreise

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich vielleicht doch ein wenig zu spontan meine Pläne umgestaltet habe. Zwischen Kuala Lumpur und Melaka pendelt ein Bus, der einen in nur 2,5 Stunden zur jeweiligen Stadt fährt. Die Tickets sollte man jedoch früh genug online buchen und nicht wie ich kurz vor Abfahrt im Busbahnhof meinen kaufen zu müssen. Die Tickets für den Bus, den ich nehmen wollte, waren nämlich schon lange ausverkauft.

Der nächste fuhr vier Stunden später, worüber ich mich aber keinesfalls aufregte, denn es hätte ja noch viel schlimmer kommen können. Außerdem gibt es am Busbahnhof von Kuala Lumpur genügend Sitzmöglichkeiten mit Tischen, Stühlen und WiFi, sodass ich die Zeit damit verbrachte Videos zu schneiden.

Im Bus machten alle Fahrgäste die Augen zu und so verflog die Fahrt wie im Flug. Mitten in der Nacht angekommen machte ich mich auf dem Weg zum ibis Melaka Hotel und freute mich schon, da dort ein weiteres, tolles ibis-Bett auf mich wartete.

Melaka zu Fuß erkunden

In Melaka ist Geschichte zum Greifen nah: Während der Kolonialzeit wurde Melaka erst von den Portugiesen, dann von den Holländern und zu guter Letzt von den Briten besetzt. Jede der Kolonialmächte hinterließ ihre Spuren in der Stadt, wobei die roten, monochromen Gebäude der Holländer das Bild in der Altstadt besonders dominieren.

Malaysia Melaka rote Gebäude

Christ Church

Ein besonders prominenter Bau der Holländer ist die Christ Church, die am Dutch Square steht. Sie ist kaum zu übersehen mit ihrem großen, weißen Kreuz und dem weißen Schriftzug.

Christ Church in Melaka

Dutch Square Malacca

Mitten auf dem Platz befindet sich ein wunderschöner, wenn auch kleiner Springbrunnen. Dieser wurde anlässlich des diamantenen Thronjubiläums von Victoria (Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland) erbaut.

Springbrunnen in Melaka – Queen Victoria

Tang Beng Swee Turmuhr

Neben dem Springbrunnen steht eine Turmuhr, die der Optik nach von den Holländern erbaut zu sein scheint. Lustigerweise wurde der im Jahr 1886 fertiggestellte Bau nicht von der Kolonialmacht, sondern von einer reichen chinesischen Familie in Auftrag gegeben, um einen Kaufmann namens Tang Beng Swee zu ehren.

Tang Beng Swee Turmuhr in Melaka

Überreste der portugiesischen Siedlung

Auch die Portugiesen haben ihren Fingerabdruck in Melaka hinterlassen: In der Nähe des Dutch Squares darf man gut erhaltene große Mauerreste aus dem 16. Jahrhundert bestaunen, berühren und sogar besteigen! Dies gilt aber nicht für alle Mauerreste der Stadt: Was eingezäunt und mit Verboten ausgeschildert ist, sollte man nur aus der Distanz bewundern.

Melaka – Mauerreste aus dem 16. Jahrhundert

Zeichnungen aus Melaka

In Melaka ist ein Bild entstanden, auf das ich sehr stolz bin! In den vergangenen Jahren habe ich mich verbissen darauf konzentriert Menschen besser zu zeichnen und auch wenn ich handwerklich Fortschritte gemacht habe, so wirken alle meine Zeichnungen leblos. Ich musste mir eingestehen, dass in meinen Bildern nichts passiert und sie schlichtweg langweilig sind.

In Colombo gelang es mir erstmals wieder ein Bild mit Leben zu zeichnen, aber das kann diesem Bild aus Melaka nicht das Wasser reichen. Mir ist es endlich gelungen einen echten Moment lebhaft einzufangen:

Architektur-Studentin zeichnet in Melaka Dächer

Und auch in diesem Bild von einem der roten Häuser habe ich das Gefühl, dass etwas anders geworden ist. Melaka hat eine magische Wirkung auf meine eingeschlafene Zeichnen-Fertigkeit.

rote Hauswand in Melaka

Ein paar letzte Gedanken

Ich bin völlig aus dem (roten) Häuschen, dass diese spontane Planänderung so positive Auswirkungen auf mein Skizzenbuch hatte. Es hat sechs Länder und 16 Seiten gedauert, aber endlich ist etwas wirklich Gutes in meinem Skizzenbuch gelandet, von dem ich hoffentlich auch noch in Zukunft lernen kann. Was für ein Glück, dass die Architektur-Studentin genau an diesem Tag dort oben auf dem Hügel die Dächer abgezeichnet hat. Ich bin mir sicher, dass sie nicht damit rechnete eine Hobbykünstlerin aus Deutschland damit so eine riesige Freude zu machen!

In Melaka selbst gibt es übrigens noch eine Menge mehr zu entdecken! Sollte ich eines Tages wieder in der Nähe sein, möchte ich Melaka gerne wieder einen Besuch abstatten.

Fotografieren in Melaka

Rote Kolonnade in Melaka

Alle Teile der Reihe Weltreise 18/19

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