Zeichnen in Kiew

Weltreise Tag 1 bis 4

Die erste Haltestelle auf meiner Weltreise ist Kiew, die Hauptstadt der Ukraine. Hier tobte der Winter um die -3 °C und legte eine dicke Schneedecke über die Stadt. Erstaunlicherweise stehen Kiew Weiß und Grau sehr gut, denn so leuchten die anderen Farben der Stadt regelrecht auf.

Ein kurzer erster Tag

Ich startete hochmotiviert in die Weltreise und auch wenn ich sehr spät in Kiew ankam, wollte ich unbedingt am ersten Tag ein Foto von der Mutter-Heimat-Statue für Instagram schießen. Also hüpfte ich rein in die dicken Winterklamotten und raus auf die Straße.

Es war nicht weit vom Hotel bis zur Statue, aber um eine gute Aussicht auf die Statue erhaschen zu können, musste ich durch ein paar Straßen, Häuser und Hügel vorbei stiefeln. Es dauerte nicht einmal eine halbe Stunde, da erblickte ich um genau 22:59 Uhr die beleuchtete Mutter-Heimat-Statue! Ich zog die Handschuhe aus, zückte mein Handy und eine Millisekunde, bevor ich den Auslöser drückte, erlosch das Licht der Statue. Die Mutter-Heimat-Statue wird nur bis 23 Uhr beleuchtet.

Große Sightseeing-Tour durch Kiew zu Fuß

Der Misserfolg am ersten Tag war halb so wild, denn am zweiten Tag standen jede Menge Sehenswürdigkeiten auf meiner Liste. Das Gute an Kiew: Man kann alles zu Fuß erkunden. Ich bin an diesem Tag rund 26 Kilometer durch Kiew gelaufen und manchmal auch gerutscht, denn die Straßen waren allesamt vereist.

Höhlenkloster

Das orthodoxe Kiewer Höhlenkloster ist ein riesiges Gelände mit verschiedenen Kirchen, Museen und anderen Gebäuden. Um das Gelände zu betreten, muss man pro Person 30 UAH zahlen, was weniger als 1 Euro ist.

Uspenski-Kathedrale in Kiew

Die große Uspenski-Kathedrale ist eine bereits wiederaufgebaute Version. Die ursprüngliche Kathedrale wurde 1941 unter der deutschen Besatzung gesprengt, denn jegliche Form von nicht-deutscher Identität wurde unterbunden und ausgelöscht.

Höhenkloster Außenbereich in Kiew

Höhenkloster Innenbereich in Kiew

Denkmal der Völkerfreundschaft

Das Denkmal der Völkerfreundschaft in Kiew wurde zur Zeit seines Baus der Freundschaft zwischen der Ukraine und Russland erbaut. Es ist riesig, auch wenn seine Größe auf den Fotos nicht richtig zur Geltung kommt. Der Bogen misst im Durchmesser um die 60 Meter.

Denkmal der Völkerfreundschaft

Eine der Skulpturen unter dem Bogen misst zirka 6 Meter und stellt einen ukrainischen und einen russischen Arbeiter dar, die beide ein Band der sowjetischen Freundschaft empor halten. Wer sich fragt, was unten auf die Skulptur geschrieben wurde: слава україні, was in etwa mit Hoch lebe die Ukraine oder Ruhm der Ukraine übersetzt werden kann.

Denkmal der Völkerfreundschaft Statuen

St.-Andreas-Kirche

Die St.-Andreas-Kirche war leider aufgrund des starken Schneefalls und einhergehenden Frostes geschlossen. Als ich sie erreichte, waren zwei Männer hinter dem verschlossenen Tor auf den Treppen damit beschäftigt Schnee von ihnen zu schippen.

St.-Andreas-Kirche

Haus mit den Chimären

Das Haus mit den Chimären stand ganz oben auf meiner Liste von Sehenswürdigkeiten, die ich sehen wollte. Allerdings ist es nicht ganz so einfach zum Haus zu kommen, denn der gesamte Platz gehört zur Regierung der Ukraine. Hinein kommt man nur, wenn man sich in einem kleinen Kontrollhäuschen einer Sicherheitskontrolle unterzieht. Taschen leeren, sich ausweisen, durch eine Schranke gehen: Läuft alles gut, darf man weiter.

Haus mit den Chimären

Das Haus mit den Chimären wurde 1901 und 1902 von Władysław Horodecki, einem ukrainischen (wenn auch polnisch-stämmigen) Architekten, erbaut. Er selbst wohnte hier auch in einer der Wohnungen im Haus. Oberhalb befinden sich zahlreiche wunderschöne Statuen von Geschöpfen wie Adlern, Hirschen, Fröschen, Meerjungfrauen und mehr.

Haus mit den Chimären in Kiew

Heute dient es der ukrainischen Regierung für verschiedene Arten von Empfängen und direkt gegenüber findet man auch den Präsidentenpalast.

Ein Besuch bei der großen Mutter

Die Füße meckerten ein wenig am nächsten Morgen, aber eine Sehenswürdigkeit musste unbedingt noch besucht werden: Die Mutter-Heimat-Statue! Mehr besichtigte ich an diesem Tag nicht mehr, denn die Mischung aus Schnee und Nieselregen war an diesem Tag etwas ungemütlich.

Mutter-Heimat-Statue

Die Mutter-Heimat-Statue wurde zur Zeit der Sowjetunion in Gedenken an den Sieg der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg erbaut. Die Statue ist mehr al 60 Meter hoch und steht auf einem Hügel, sodass man von verschiedenen Punkten in Kiew einen Blick auf sie werfen kann. Man kann sogar auf die Statue hinauf, denn im oberen Bereich des Schildes befindet sich eine Aussichtsplattform.

Mutter-Heimat-Statue

Die Statue ist Teil eines Platzes der Gedenkstätte über den Sieg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg. Auch ein Museum kann hier besucht werden.

Kiew: Gedenkstätte über den Sieg der Roten Armee

Zeichnungen aus Kiew

Die zweite Hälfte des dritten Tages verbrachte ich gemütlich im Hotelzimmer mit meinem Skizzenbuch, das ich schließlich am Ende der Weltreise vollständig mit Skizzen aller Reiseorte füllen wollte. Ich wusste nicht recht womit ich starten sollte und habe mir bis dahin auch keine richtigen Gedanken darüber gemacht, wie genau ich die Seiten gestalten wollte. Letzten Endes zeichnete ich einfach drauf los, denn vom Grübeln allein würden die Seiten nicht voll werden.

Kiew zeichnen

Zeichnung Kirche (St. Andreas Kirche in Kiew)

Straßen und Menschen in Kiew

Schneebedeckte Straße in Kiew

Musiker im Restaurant

Straßenmarkt am Abend

Künstler verkaufen Bilder in der U-Bahn in Kiew

Ein paar letzte Gedanken

Kiew beeindruckt mit seinen eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten, aber selbst bei klirrender Kälte, andauerndem Schneefall und vereisten Straßen trifft man auf den Straßen Menschen, die versuchen aus Kisten und Kartons Obst, Gemüse, Fisch und andere Dinge zu verkaufen. Das macht einen nachdenklich.

Kiew bringt einen zum Nachdenken

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