Zeichnen in Karlsbad

Es sprudelt!

Karlsbad (oder Karlovy Vary) in Tschechien gilt als einer der schönsten Kurorte in ganz Europa. Die bunten und reich verzierten Gebäude geben einem regelrecht das Gefühl durch eine wahr gewordene Zeichentrick-Kulisse der alten Disney-Filme zu spazieren. Besonders bekannt ist Karlsbad jedoch für seine natürlichen Mineralwasserquellen und deren heilende Wirkung.

Ich war nur für wenige Stunden in Karlsbad, denn der Besuch war ein spontaner Zwischenstopp auf dem Rückweg von Prag nach Berlin. Dennoch konnte ich an manchen Stellen Zeichenblock und Bleistift zücken und ein paar Eindrücke festhalten.

Karlsbad in Tschechien

Die Legende über die Entdeckung von Karlsbad

Es heißt, dass Karl IV am 23. Juni 1370 auf die Jagd ging und dabei einen Hirsch entdeckte, jedoch war der Hirsch schnell und verschwand in Richtung eines für Karl unbekannten Tals. Die Jagdhunde jagten ihm sofort nach. Als Karl IV und seine Begleiter die Jagdhunde einholten, fanden sie sie um ihr Leben ringend in einer siedenden Quelle vor.

Da die Quelle wie ein Geysir in die Höhe schoss, gab man ihr den Namen Sprudel. Die Temperatur betrug zirka 70 °C. (Rae, 1884)

Kolonnaden in Karlsbad

Die Kolonnaden (von denen man wenigstens ein paar besuchen sollte) gehören zu den vielen Sehenswürdigkeiten in Karlsbad. Hierbei handelt es sich um Gänge, deren Seiten aus aneinander gereihten Säulen bestehen. Wer glaubt eine gesehen zu haben reicht, der irrt: Alle sehen anders aus und bilden ein in sich geschlossenes Kunstwerk mit ganz individuellem Charme.

In Karlsbad befinden sich insgesamt zwölf verschiedene Mineralwasserquellen. Das Beste an den Kolonnaden ist, dass sich dort Brunnen befinden, durch die die Quellen fließen.

Während meines kurzen Besuches habe ich nur zwei der Kolonnaden genauer besichtigen können.

Parkkolonnade / Gartenkolonnade

Die Parkkolonnade (oder Gartenkolonnade) ist eine Gusseisen-Kolonnade aus dem Jahr 1881. Hier sprudelt die sogenannte Schlangenquelle aus einem Brunnen, die mit ihrer Temperatur von weniger als 30 °C zu den weniger heißen Quellen gehört. Es heißt, dass sie im Vergleich zu den anderen Quellen auch weniger reich an Mineralien ist.

Meiner Meinung war der Name der Quelle sehr treffend, denn nur vor diesem Brunnen stand eine lange Schlange Menschen an, die allesamt mit ihren Flaschen und Bechern geduldig darauf warteten etwas von dem Heilwasser abfüllen zu können.

Parkkolonnade in Karlsbad

Gartenkolonnade in Karlsbad

Mühlbrunnenkolonnade

Die Mühlbrunnenkolonnade wurde im Stil der Neo-Renaissance erbaut und besteht aus zahlreichen Steinsäulen und einem Boden aus Steinplatten. Hier sprudeln gleich fünf der zwölf Mineralwasserquellen aus ihren Brunnen heraus, die jedoch alle wesentlich heißer sind als die Schlangenquelle.

Mühlbrunnenkolonnade in Karlsbad

Die Libussa-Quelle beispielsweise ist 63 °C heiß. Das ist zwar nirgendwo ausgeschildert (glaube ich), aber der aufsteigende Dampf im Brunnen sollte eigentlich als Warnung sehr eindeutig und verständlich sein. Ich für meinen Teil musste trotzdem meinen Finger unter das Wasser halten und schmerzhaft feststellen, dass 63 °C in der Tat sehr heiß sind. Da hofft man doch, dass es sich bei der Legende um Karl IV und seine Jagdhunde nur um ein Märchen handelt.

Libussa-Quelle - Mineralwasserquelle in Karlsbad

Skizzen und weitere Inspirationen aus Karlsbad

Auch wenn ich mich nur wenige Stunden in Karlsbad befand, so konnte ich dennoch zwei Mal den Bleistift zücken und den Versuch starten die wunderschönen Gebäudeformen einzufangen. Im Nachhinein wäre es sicher sinnvoll gewesen auch ein paar Buntstifte eingepackt zu haben, denn neben den Formen sind es vor allem die Farben, die Karlsbad so schön machen.

Skizzen aus Karlsbad

Skizze Gebäude in Karlsbad

Turm Marien-Magdalenenkirche Karlsbad Skizze

Gebäude und Skulpturen in Karlsbad

Karlsbad Gebäude

Stadtsparkasse in Karlsbad

Skulptur in Karlsbad

Häuser in Karlsbad

Ein paar letzte Gedanken

Karlsbad eignet sich ausgezeichnet für einen Tagesausflug. Wenn das Wetter gut ist, kann man gemütlich durch die Straßen schlendern und dabei sowohl Gebäude als auch Skulpturen bewundern. Die Atmosphäre der Stadt ist aufgrund seiner vielen bunten Farben fröhlich und inspirierend.

Und da niemand so genau weiß, ob die Legende wirklich wahr ist, sollte man auch keine schlechten Gedanken wegen Karls Jagdhunden haben.

Engel treffen in Karlsbad


Literatur:

  • Rae, W. Fraser. 1884. “Karlsbad: The Queen of Bohemian Watering Places”, The Nineteenth century: a monthly review, Mar. 1877-Dec. 1900, Vol. 16, No. 93, S. 788-805.
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