Zeichnen in Jerewan

Weltreise Tag 8 bis 10

Jerewan ist die dritte Haltestelle auf der Weltreise 18/19 und im direkten Vergleich zu Tbilisi wirkt die armenische Hauptstadt wie das komplette Gegenteil: Die Straßen sind intakt, sauber, es gibt breite Gehwege für Fußgänger, Ampeln, Zebrastreifen und weit und breit ist kaum eine streunende Katze oder ein streunender Hund zu sehen. Auch Bettler habe ich nicht wirklich gesehen und auch wenn es in Jerewan einige Händler auf den Straßen gibt, so sind es wesentlich weniger als in Tbilisi.

Kleine Stände in Jerewan

Sehenswürdigkeiten in Jerewan

Kaskaden

Die Kaskaden sind im Prinzip eine sehr lange Anordnung von Treppenstufen und Ebenen, die sich von einem Platz bis hoch nach oben zu einer Aussichtsform ziehen. Fertig ist der Bau noch nicht, auch wenn das Projekt schon vor einigen Jahrzehnten angefangen wurde.

Kaskaden in Jerewan

Der Entwurf der Kaskaden stammt von Jerewans Stadtplaner Alexander Tamanjan, der ihn bereits in den 30ern fertig gestellt hat. Umgesetzt wurde er jedoch erst in den 70ern, um Armeniens 50-jährige Zugehörigkeit zur Sowjetunion zu ehren. Mit dem Fall der Sowjetunion wurden die Arbeiten an dem Bau vorerst beendet. Bis heute wurde immer wieder davon gesprochen das Projekt zu beenden, aber es scheint, dass die finanziellen Mittel hierzu nicht ausreichen. Unter den Treppen befinden sich Räume für Museen und Ausstellungen, jedoch sind diese nicht ausreichend besucht, wodurch eine potenzielle Einnahmequelle fehlt.

Kaskaden Wand mit Ornamenten in Jerewan

Man möchte meinen, dass die wenigsten Menschen Lust darauf haben so unheimlich viele Treppen hoch zu laufen, aber die Armenier scheinen den Aufstieg mit links zu meistern. Allgemein ist ziemlich viel los auf den Kaskaden: Viele Pärchen genießen auf den vielen Sitzgelegenheiten einander und die schöne Aussicht, Schulklassen tummeln sich dort mit ihren Lehrern herum, Touristen wie ich machen von jeder Ecke Fotos und die Ältesten der Bevölkerung spazieren mit der größten Ruhe und Mühelosigkeit die gesamten Kaskaden empor.

Skulpturen auf den Kaskaden in Jerewan

Die Kaskaden müssen besonders im Frühling und Sommer traumhaft schön sein, denn großer Bestandteil von ihnen sind die vielen Ebenen mit bunten Blumensträuchern. Die Aussicht von weiter oben auf den Kaskaden ist wunderschön. Man blickt auf die vielen Treppen hinab, die man hinter sich gebracht hat sowie auf den Park und die Skyline von Jerewan.

Aussicht von den Kaskaden in Jerewan

Noch ist die endgültige Aussichtsplattform von den Kaskaden getrennt, aber wer um die Baustelle herum läuft, kann diese trotzdem erklimmen. Während ich schon völlig aus der Puste weiter lief, zogen sehr alte Herrschaften mit der besagten Ruhe und Mühelosigkeit an mir vorbei.

Wenn man (nach gefühlt einer Milliarde Treppen) den letzten Treppenaufgang erklimmt und einen Blick zurück wirft, offenbart sich einem dieser tolle Anblick, bei dem die oberste Aussichtsplattform den Ausblick auf die Stadt und den Himmel voneinander trennt.

Aussichtsplattform Jerewan Treppe

Auf der obersten Aussichtsplattform herrscht eine ganz eigenartige Art von Ruhe, auch wenn in direkter Nähe stark befahrene Straßen liegen. Es scheint, als wäre man direkt zum Himmel hoch gestiefelt.

Aussichtsplattform in Jerewan

Haghtanak (Sieges-) Brücke

Die Haghtanak-Brücke wurde zwischen 1943 bis 1945 über dem Fluss Hrazdan zu ehren des Sieges der Sowjetunion über Nazi Deutschland gebaut und ist ein wirklich beeindruckendes Objekt.

Haghtanak (Sieges-) Brücke in Jerewan

Ich habe die Brücke mehr oder weniger durch Zufall entdeckt, denn ich musste sie überqueren, um zu einer anderen Sehenswürdigkeit zu kommen. Der Hrazdan plätscherte munter unter mir zwischen Bäumen, die der Herbst mit seiner alljährlichen Farbpalette gefärbt hatte.

Hrazdan Fluss in Jerewan

Weitaus weniger bunt an dem Tag war der Himmel. Auch wenn es zum Glück nicht stark regnete, so nieselte es die ganze Zeit durch die dicke, graue Wolkendecke.

Haghtanak (Sieges-) Brücke in Jerewan

Zizernakaberd

Beim Zizernakaberd handelt es sich um ein Monument, das in Gedenken an den Völkermord an den Armeniern 1915 während des Ersten Weltkrieges durch das Osmanische Reich erbaut wurde. Es besteht aus einem mehr als 40 Meter hohen Obelisken und zwölf Pylonen, die im Kreis zueinander stehen.

Zizernakaberd in Jerewan

In der Mitte der Pylonen brennt die ewige Flamme und rund um sie herum waren während meines Besuches Blumen niedergelegt. Über Lautsprecher wurde der Gesang eines Chors abgespielt, wobei ich mir erst nicht sicher war, ob unter dem Monument nicht ein richtiger Chor sang. Offizieller Gedenktag des Völkermordes is der 24 April, jedoch spürt man auch an anderen Tagen, dass das Denkmal lebt. Auf de Gelände befindet sich auch ein Museum, das besucht werden kann.

Zizernakaberd Pylonen und Ewige Flamme

Skizzen aus Jerewan

Die Reise nach Jerewan war super, jedoch nicht zwingend inspirierend. Auch wenn es mir große Freude machte durch die Stadt zu gehen und sie zu erkunden, so fiel es mir am Ende doch ein wenig schwer Vorlagen für Skizzen zu finden.

Skizze eines Ornaments von den Kaskaden in Jerewan

Skizzen aus Jerewan

Ein paar letzte Gedanken

Jerewan war im Rahmen der Weltreise ein Ort, der mich hat durchatmen lassen. Inspiration hin oder her, nach Tbilisi war es schön bei gutem Wetter einfach durch die Stadt zu bummeln auf breiten Gehwegen, guten Straßen mit Fußgängerübergängen und dabei nicht über Straßenhunde und Bettler zu stolpern. Und auch wenn ich das Thema Essen in meinem Blog nicht behandle: Armenien hat absolut leckeres Essen.

Gepflegte Katze im Park filmen

Alle Beiträge der Weltreise 18/19

« vorheriger Beitrag