Zeichnen in Jakarta

Weltreise Tag 20

Jakarta ist die achte Haltestelle auf meiner Weltreise. Die Hauptstadt von Indonesien kann eine große Überraschung für jeden sein, der sich nur flüchtig im Internet informiert: Die Google Bilder-Suche zeigt die funkelnde Skyline und den imposanten Platz des National-Denkmals. Vor Ort zeigt sich Jakarta jedoch von einer ganz anderen Seite.

Spaziergang zum National-Denkmal in Jakarta

Mein Aufenthalt in Jakarta war kurz, daher reichte es nur für einen Spaziergang vom Hotel zum National-Denkmal und wieder zurück. Ein ständiger Begleiter bei diesem Spaziergang war der Müll. Überall lagen Tüten, Becher, Fetzen, Kartons, Flaschen, Speisereste und mehr herum. Wehte ein sanfter Wind durch die Straßen, bewegte sich der Müll und landete zwischen den Wurzeln der Bäume, in den Büschen oder in einem der kleinen Flüsse von Jakarta.

Wirklich schlimm sah es rund um das National-Denkmal aus, wo einen Tag zuvor eine Demonstration gehalten wurde. Auf dem Foto kann man deutlich erkennen, wie viel Müll direkt neben dem Gehweg liegt. Was man nicht sieht: Der Müllstreifen schwimmt eigentlich in einer ekelhaft miefenden Brühe.

Müll und Stände vor dem National-Denkmal in Jakarta

Kaum habe ich den Platz vom Denkmal betreten, sprach mich ein Mann an und versuchte mich zu überzeugen, dass man den Platz an diesem Tag nicht betreten kann (was völliger Humbug war). Er versuchte auch eine 10 Thai Baht Münze für eine 2 Euro Münze auszugeben und sie mit mir gegen Indonesische Rupien zu tauschen. Hier muss man aufpassen, denn die 10 Thai Baht Münze sieht der 2 Euro Münze wirklich sehr ähnlich. 2 Euro sind allerdings mehr als 70 Thai Baht (und mehr als 32.0000 Indonesische Rupien) wert.

Monumen Nasional / National-Denkmal in Jakarta

Auch auf dem Rückweg bekam ich Gesellschaft: Ein weiterer Mann lief ein paar Minuten an meiner Seite, wollte alle möglichen Dinge über mich wissen und ließ lange Zeit nicht ab trotz ständigem “Nein”, “Weiß ich nicht”, “Brauch’ ich nicht”, “Hab’ ich nicht”, “Will ich nicht”.

Einkaufsstraße in Jakarta

Allgemein schien die Stimmung in Jakarta ein wenig trist zu sein. Selten sah man ein Lächeln auf den Gesichtern, selbst wenn man kleine Grüppchen von Menschen miteinander erblickte, die den Anschein machten Freunde oder Familie zu sein.

Einkaufsstraße in Jakarta

Die triste Stimmung darf man jedoch nicht mit Unfreundlichkeit verwechseln: Spricht man mit den Menschen, sind sie alle sehr herzlich und selbst die beiden Herren am Denkmal waren in keinem Moment beängstigend oder unfreundlich (nur eben ein wenig nervig).

Trümmer in Jakarta

Zeichnungen aus Jakarta

Auch wenn Jakarta nicht meine goldene Quelle der Inspiration war, musste mindestens eine neue Seite in meinem Weltreise-Skizzenbuch gefüllt werden. Die Wahl fiel auf einen Moment am National-Denkmal.

National-Denkmal in Jakarta Zeichnung

Ein paar weiterführende Links

Müll ist nicht nur ein Problem in Jakarta. Südöstlich von Jakarta, in Java, befindet sich der größte Müllberg der Welt: Bantar Gebang. Der Müllberg ist jedoch nicht nur für seine Müllmassen bekannt, sondern auch für den Fakt, dass er die Heimat für viele Menschen darstellt. Wer Interesse hat, dem möchte ich diesen Artikel auf Englisch mit dem Titel The Kingdom of Bantar Gebang empfehlen.

Hinzu kommt, dass Jakarta regelmäßig mit Überschwemmungen zu kämpfen hat, die nicht allein das Verschulden ungünstiger Wetterbedingungen sind. Auch hierzu möchte ich einen Artikel auf bbc.com empfehlen.

Polizei-Schutzschild in Jakarta

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