Zeichnen in Hanoi

Weltreise Tag 28 bis 30

Von Vientiane in Laos ging es mit dem Flugzeug binnen einer Stunde zur elften Haltestelle auf meiner Weltreise: Hanoi. Vietnams Hauptstadt ist eine quirlige und lebhafte Stadt mit wunderschönen Ecken, die sowohl auf Fotos als auch im Skizzenbuch eine tolle Figur abgeben. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ausgerechnet hier ein Bild zeichnen werde, auf das ich unverschämt stolz bin!

Ein 13 Kilometer langer Spaziergang durch Hanoi

Wie immer ging es zu Fuß auf Erkundungstour durch die Stadt. Ich wollte unbedingt einige bestimmte Sehenswürdigkeiten besuchen, lies mich manchmal aber auch einfach durch die Straßen treiben, um den alltäglichen Stadttrubel in Hanoi zu erleben.

Mopeds überall!

Gleich zu Beginn lernte ich, dass ich lieber zwei Mal vor dem Überqueren einer Straße schauen sollte, ob sie wirklich frei ist. Mir sauste nämlich ein Moped direkt an meiner Nase vorbei, das ich absolut nicht habe kommen sehen.

Mopeds und Motorräder in Hanoi

Viele Menschen in Hanoi sind mit einem Moped oder Motorrad unterwegs. Zum einen sind sie wesentlich günstiger in der Anschaffung und Haltung als ein Auto und zum anderen kommt man in den engen Straßen Hanois viel besser mit ihnen voran. Mit einem Moped oder Motorrad erspart man sich auch das Suchen nach einem Parkplatz, denn sie werden einfach am Straßenrand abgestellt.

Moped in Hanoi

Auch wenn man Autos in Hanoi begegnet, so kommen sie nur schwer voran, da die Straßen so eng ist. Manche Straßen sind sogar als Einbahnstraßen für Autos ausgeschildert, während Mopeds und Motorräder diese wiederum in beide Richtungen befahren dürfen.

Mopeds auf Straße in Hanoi

Temple of the Jade Mountain

Der im 18. Jahrhundert erbaute Tempel liegt auf einer kleinen Insel mitten im Hoan Kiem See und ist über eine traditionell vietnamesisch gestaltete Holzbrücke zu erreichen, deren Namen mit Die das Morgenlicht grüßende Brücke übersetzt werden kann.

Welcoming Morning Sunlight Bridge, Hanoi

Tickets für den Einlass auf die Insel können vor der Brücke gekauft, müssen aber erst hinter der Brücke vorgezeigt werden. Wer nicht an einem Besuch der Insel interessiert ist, kann zumindest auf der Brücke die Aussicht genießen oder ein paar Fotos schießen.

Eingang Temple of the Jade Mountain, Hanoi

Während meines Aufenthalts war der Tempel aufgrund von Bauarbeiten geschlossen, aber die Tickets kosten sehr wenig und die Insel ist auch ohne den Tempel einen Besuch wert. Im Vergleich zur Stadt ist es auf der Insel äußerst leise. Es scheint, als würden die Geräusche der Stadt von dem See regelrecht verschluckt werden.

Temple of the Jade Mountain, Hanoi

Besonders schön ist der Platz, auf dem die Pagode der Insel steht. Rund um die Pagode herum befinden sich schön herangezogene Bonsai-Bäume in großen Steinschalen, aber auch die Pagode selbst ist wahrer Hingucker.

Pagode Temple of the Jade Mountain, Hanoi

Ho Chi Minh Mausoleum

Auch wenn man sich nicht intensiv mit der Geschichte Vietnams beschäftigt hat, so haben die meisten von uns von Ho Chi Minh gehört. Er war ein weltbekannter Revolutionär, Schlüsselfigur bei der Gründung der Demokratischen Republik Vietnam, Präsident und die treibende Kraft im Vietnamkrieg bei der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam.

Ho Chi Minh Mausoleum in Hanoi

Obwohl Ho Chi Minh sich gewünscht hat nach seinem Tod eingeäschert und über den Boden von Nord- und Südvietnam verteilt zu werden, erbaute man ihm zu Ehren das große Mausoleum, in dem sein einbalsamierter Leichnam ruht.

Hi-Chi-Minh Mausoleum in Hanoi

Schmale Häuser in Hanoi

Die schmalen und hoch gebauten Häuser in Hanoi erinnerten mich an Bücher in einem Bücherregal, zwischen denen die ein oder andere Pflanze steht.

Schmale Häuser in Hanoi

Aber warum sind die Häuser in Hanoi so schmal und hoch gebaut? Ein Einheimischer erklärte mir, dass die Miete in Hanoi nur von der Breite des Hauses zur Straßenseite zeigend bemessen wird. Die Länge spielt hierbei keine Rolle. Manche Häuser sind so schmal, dass nur ein Fenster an der vorderen Wand Platz findet. Je mehr Stockwerke übereinander gebaut wurden, desto eher ähnelt das Haus dann auch einem aufrecht stehendem Buch.

Schmale Häuser in Hanoi für kleine Mieten

Weitere Eindrücke auf dem Spaziergang

Hanoi ist aufgrund seiner geografischen Lage eine Stadt mit wunderbaren Klimabedingungen für verschiedene Pflanzen. Dementsprechend zeichen diese auch das Stadtbild und werden manchmal sogar durch zusätzliche Dekoration so richtig in Szene gesetzt.

Dekoration und Pflanzen in Hanoi

Es ist übrigens auch völlig normal Hühnern und Hähnen zu begegnen. Manchmal laufen sie frei in Wohngebieten rum, manchmal sitzen sie direkt am Straßenrand unter einem Käfig und werden höchstwahrscheinlich verkauft.

Hahn in Hanoi

Tagesausflug zum Tho Ha Dorf mit daytours Hanoi

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Reisetouren, da man meistens in einer viel zu großen Gruppe von A nach B gescheucht wird und kaum Zeit hat die neuen Eindrücke auf sich wirken zu lassen.

Mit daytours Hanoi habe ich jedoch einen wahren Glückstreffer gelandet! Ich wurde um 9:00 Uhr von Tourguide Tuan abgeholt, der mich herzlich begrüßte und mit mir zum Auto ging, wo ich den genauso herzlichen Fahrer kennenlernte. Ohne weiteres ging es dann auch schon los zur Bac Ninh Provinz östlich von Hanoi.

Mit Tuan zusammen ging es erstmal zu Fuß zu einem Flussübergang, wo ein kleines Boot Passagiere auf die andere Seite brachte. Die Beförderung ist nicht kostenlos, aber darum musste man sich als Tourgast keine Sorgen machen, denn Tuan kümmerte sich um alles.

Reispapier-Dorf / Tho Ha Dorf Flussüberquerung in Vietnam

Die erste Haltestelle der Tour führt zum Tho Ha Dorf, das auch gerne Reispapier-Dorf genannt wird. Jeder in dem Dorf produziert es! Wir besuchten eine Familien, die uns die traditionelle Herstellung des Reispapiers erklärte und zeigte. Auch wenn die Familie selbst kein Englisch sprach, so gelang es mit Tuans Übersetzung dennoch tolle Gespräche zu führen.

Traditionelle Produktion von Reispapier in Vietnam

Das Reispapier wird zum Trocknen an der Luft auf Bambus-Gitter gelegt. Sobald das Reispapier getrocknet ist, fällt es von alleine vom Gitter ab.

Reispapier in Vietnam, Handarbeit

Die traditionelle Weise wird heute nur noch Touristen gezeigt, denn jeder im Dorf ist auf eine Maschine umgestiegen, die eine lange Bahn der Reismehl-Mischung über das Bambus Gitter legt. Das spart viel Zeit und man kann wesentlich mehr Reispapier herstellen.

Produktion von Reispapier in Vietnam

Nichtsdestotrotz steckt nach wie vor jede Menge Arbeit hinter der Produktion, denn die Bambus-Gitter werden überall dort zum Trocknen hingestellt oder hingelegt, wo Platz ist: An den Wänden, in freien Räumen, auf den Dächern, am Straßenrand und im Innenhof.

Produktion von Reispapier in Vietnam

Eine andere Form des Reispapiers sieht aus wie ein riesiger Kartoffelchip, der mit verschiedenen Gewürzen verfeinert ist. Der Chip besteht aus einem dicken, mehrlagigen Reismehlteig und wird direkt über Feuer geröstet.

Produktion von knusprigen Reispapier-Snack in Vietnam

Der Besuch beim Reispapier-Dorf war gerade Mal der Anfang der Tagestour, aber ein detaillierter Tour-Bericht würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Wer Hanoi besucht und an solchen Touren interessiert ist, der wird in der Auswahl von daytours Hanoi sicherlich fündig.

Wer genau die gleiche Tour wie ich unternehmen möchte (was ich nur empfehlen kann), der findet hier alle wichtigen Informationen: Tour zum Tho Ha Dorf

Zeichnungen aus Hanoi und Vietnam

An diesem Punkt in der Weltreise muss ich mir eingestehen, dass ich es nicht mehr hasse Gebäude zu zeichnen. Ich musste die schmalen Häuser aus Hanoi einfach in meinem Skizzenbuch festhalten und ohne im Eigenlob zu versinken: Es ist ganz gut gelungen!

Zeichnung der Häuser in Hanoi

Auch ein Bonsai-Bäumchen der Insel hat es ins Skizzenbuch geschafft. Da es sich um einen Ficus zu handeln scheint, würde das theoretisch heißen, dass ich vielleicht meinen Ficus auch in so eine interessante Form bringen könnte. Ein paar Jahrzehnte Zeit habe ich ja hoffentlich noch dafür!

Zeichnung eines Bonsais in Vietnam

Die Dritte Zeichnung aus Hanoi entstand aus einer Fotovorlage einer Frau, die eine ganze Menge Blumen auf ihrem Fahrrad transportierte. Viele Menschen kommen täglich aus umliegenden Dörfern nach Hanoi, um auf der Straße Dinge zu verkaufen und so ihre Familie zu finanzieren.

Zeichnung einer vietnamesischen Frau in Hanoi

Ein paar letzte Gedanken

Eins steht fest: Das war nicht meine letzte Reise nach Vietnam. Allein rund um Hanoi gibt es noch so viele interessante Orte zu entdecken, von denen man neue Dinge lernen und sich inspirieren lassen kann.

Beim Schneiden des Videos ist es mir unheimlich schwer gefallen, mich zwischen all dem gefilmten Material zu entscheiden. Da die Videos primär für Instagram gedacht waren, durften sie eine Länge von einer Minute nicht überschreiten. Das bedeutete unter anderem, dass die Aufnahmen der Drohne über dem Reispapier-Dorf es nicht mehr ins Video geschafft haben.

Reisen mit der GoPro – Ein stark bearbietetes Foto

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