Zeichnen in Dubai

Weltreise Tag 10 bis 13

Von Jerewan ging es mit dem Flugzeug weiter nach Dubai, der vierten Haltestelle auf meiner Weltreise. Die größte Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten kennt wohl jeder aus den Medien und wir alle haben eine gewisse Vorstellung von Dubai, aber mich hat es vor Ort dennoch von den Socken gehau’n. Für mich war es, als hätte ich eine Reise in die Zukunft gemacht. Züge fahren ohne Zugführer, riesige Hochhäuser glänzen wie frisch poliert in der erbarmungslosen Hitze, vor der man in klimatisierten Räumen Schutz suchen kann. Und zu diesen Räumen gehören nicht nur Geschäfte, Hotels oder U-Bahnstationen – nein – selbst Bushaltestellen sind gläserne, geschlossene und klimatisierte Räume.

Dubai zu Fuß – Eine gute Idee?

Ich kam mitten in der Nacht an und stellte erstmal fest, dass man nach 23 Uhr nicht so einfach von Terminal 2 weg kommt. Einen Shuttle Bus zum Terminal 1, wo sich die U-Bahn befand, suchte ich vergebens. Ein Mitarbeiter vom Flughafen bestätigte, dass der letzte Bus bereits weggefahren ist und empfahl ein Taxi. Auf meine Frage, ob man Terminal 1 zu Fuß erreichen könnte, reagierte er ein wenig überrascht und antwortete, es sei ein wirklich weit weg.

Es stellte sich heraus, dass es sich hierbei um gerade mal 1,5 Kilometer Entfernung handelte. Ich machte mich also auf die Socken und auch wenn es mitten in der Nacht war, spürte ich bereits die Hitze Dubais. In einer U-Bahn, so sauber, so gut gepflegt, so gut klimatisiert und so pünktlich, wie man es als Berliner einfach nicht glauben kann, ging es dann sehr schnell und einfach zum Hotel, wo ich wie ein Stein ins Bett fiel.

Frauenabteil in der Dubai U-Bahn

Am nächsten Tag hatte ich ein etwas wahnwitziges Vorhaben: Ich wollte die Stadt hauptsächlich zu Fuß erkunden. Da realisierte ich aber noch nicht, wie sich 43 °C anfühlen.

Burj Khalifa

Ich hätte schwören können, dass mir der Unterkiefer vor Burj Khalifa für einen Moment kurz auf den Boden gefallen ist. Burj Khalifa ist so groß, so gigantisch und auch so sauber und funkelnd, dass der Wolkenkratzer einfach nicht real aussieht. Burj Khalifa misst ungefähr 830 Meter in der Höhe und ist derzeit das größte Gebäude der Welt. Allerdings arbeitet man in Dubai schon an einem neuen Projekt, das tatsächlich 1.000 Meter hoch sein soll. 2020 soll das neue größte Gebäude vollendet und dann auch offen für Besucher sein.

Burj Khalifa, das größte Gebäude der Welt

Wer hoch hinauf zu einer der Aussichtsplattformen möchte, muss sich zeitig um die Tickets kümmern. In meinem Fall hieß es, dass es frühestens in sechs Tagen ginge. Da ich jedoch nur drei Tage in Dubai verbrachte, musste mir der Anblick von außen wohl oder übel genügen.

Burj Khalifa in Dubai bei Nacht

Palm Jumeirah – künstliche Insel

Die klimatisierte U-Bahn in Dubai war ein wahrer Segen, denn nach einer Stunde draußen war eine Abkühlung bereits bitter nötig.

U-Bahn in Dubai

Man kann bis zur Spitze von Palm Jumeirah bequem mit einem Zug fahren, aber ich wollte den ganzen Weg zu Fuß zurücklegen. Es ist, als hätte ich während der kurzen Fahrt mit der U-Bahn vergessen, wie brütend heiß es draußen war. Vielleicht hat mir Burj Khalifa zuvor auch einfach den Verstand geraubt. Jedenfalls kam ich nicht weit, denn bei der nächsten Möglichkeit hüpfte ich in den Zug und fuhr bequem bis zur Spitze der Insel.

Dubai Häuser auf Palm Jumeirah

An der Spitze angekommen konnte man einen guten Blick auf das Atlantis Resort werfen. Betreten darf man es nicht, es sei denn natürlich, man ist dort Gast. An allen Eingängen befinden sich Wachposten, die einen freundlich den Weg (weg vom Resort) weisen, wenn man Kurs auf Atlantis nimmt.

Atlantis Resort

Es ist wirklich beeindruckend, dass Menschen künstliche Inseln anlegen und diese auch noch mit so großen Gebäuden bebauen können.

Palm Jumeirah Strandpromenade

Der wohl beste Morgen in meinem Leben

Ich bin kein Frühaufsteher, aber als der Wecker morgens um 4 Uhr am zweiten Tag in Dubai klingelte, hüpfte ich voller Vorfreude aus dem Bett. An diesem Morgen ging es nämlich auf den wohl spannendsten Ausflug meines Lebens: Es ging in die Wüste!

Rub al-Chali – Wüsten-Safari

Die Rub al-Chali ist die größte Sandwüste der Erde und erstreckt sich quer über den südlichen Teil der Arabischen Halbinsel. Auch wenn mitten in der Wüste keine Menschenseele umher wandert, so werden ihre Randgebiete für diverse Dinge vom Menschen genutzt wie beispielsweise Motorsport, die Kamelzucht auf eingezäunten Grundstücken (das muss man sich ähnlich wie unsere Kuhweiden vorstellen) und Wüsten-Safaris. Und genau an so einer Wüsten-Safari durfte ich teilnehmen!

Der Fahrer der Wüsten-Safari von Orient Tours holte mich gut gelaunt direkt vom Hotel in einem speziell ausgerüsteten Geländewagen ab. Wir fuhren zirka eine Stunde bis zum Rand der Wüste, wo er ein wenig Luft aus den Reifen ließ. Die Fahrt tiefer in die Wüste hinein über die vielen Dünen ist kein Zuckerschlecken: Man muss das Auto sehr gut unter Kontrolle haben (der Fahrer war ausgezeichnet), denn aufgrund der starken Neigung mancher Dünen und dem Hüpfen des Autos während der Fahrt kann ich mir gut vorstellen, dass man sich als unerfahrener Wüstenfahrer schnell mit dem Auto überschlagen kann.

Wüsten-Safari Orient Tours Rub al-Chali Dubai

Der Sand der Rub al-Chali ist weich wie Seide. Aus irgendeinem Grund habe ich rauen Sand erwartet, aber er fühlt sich sehr weich und geschmeidig an. Unsere Wüsten-Safari begann sehr früh am Morgen mit dem Mondlicht als einziger Lichtquelle. Es war jedoch hell genug, um ein gemeinsames Frühstück auf einer langen Decke unfallfrei genießen zu können. Als die ersten Sonnenstrahlen den Horizont empor kletterten, konnte man die scheinbare Unendlichkeit der Wüste erblicken. Kilometerlang zogen sich nichts als Dünen bis zum Horizont.

Rub al-Chali in der Nähe von Dubai

Das warme Licht des Sonnenaufgangs tauchte die Wüste in wunderschöne Farben. Zwischen den Dünen konnte man sogar ein paar Büsche entdecken.

Rub al-Chali am frühen Morgen

Wer Dubai besucht, wird eher oder später bemerken, dass fast überall Falken abgebildet sind. Das Training von Falken hat eine lange Tradition in der Region der Vereinigten Arabischen Emirate und ist fester Bestandteil der Kultur. Uns wurde (während die Sonne sich langsam ihren Weg hinauf kämpfte) ein Gerfalke vorgestellt, deren Art eigentlich in kälteren Gebieten Eurasiens oder Nordamerikas heimisch ist.

Falke in der Wüste Rub al-Chali

Der Falkentrainer erklärte, dass man damals solche Falkenarten daher nur in den kühlen Monaten trainierte und die Falken während der sehr heißen Zeiten freigelassen wurden. Kehrten sie im nächsten Jahr zurück, konnte das Training fortgesetzt werden. “Heutzutage ist dies nicht mehr notwendig, dank der Klimaanlagen”, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.

Gerfalke

Das Farbenspiel der Sonne wurde immer schöner und auch wenn ich unzählige Fotos von den verschiedenen Stufen des Sonnenaufganges gemacht habe, so belasse ich es bei diesem, meiner Meinung nach schönstem Foto.

Rub al-Chali Sonnenaufgang

The Dubai Frame

Auf die Wüstensafari folgte ein langes Nickerchen. Ich wollte nicht den gleichen Fehler wie am Vortag machen und wieder in der Mittagssonne Dubai erkunden, daher nutzte ich die Stunden bis zum Nachmittag zum Arbeiten, bevor es zur nächsten Sehenswürdigkeit ging: The Dubai Frame.

The Dubai Frame ist ein Gebäude in Form eines riesigen Bilderrahmens. Je nachdem von welcher Seite man hindurch schaut, sieht man entweder das alte oder das neue Dubai.

The Dubai Frame

Ehrlich gesagt kann ich einen Besuch rauf auf The Dubai Frame nicht mit gutem Gewissen empfehlen, zumindest nicht am Abend. Die Aussicht könnte grandios sein, allerdings ist der Raum oben voll ausgeleuchtet und diese Beleuchtung spiegelt sich in den Fenstern wieder, sodass man nur schwer den Ausblick auf die Skyline genießen kann.

Aussicht vom The Dubai Frame

Das Titelbild dieses Beitrages ist übrigens das obige Foto, jedoch stark nachbearbeitet.

Zeichnungen aus Dubai

Dubai ist sicherlich ein Traum für jeden, der gerne Gebäude zeichnet oder allgemein bestaunt. Ich für meinen Teil kann mich nicht wirklich für das Zeichnen von Gebäuden begeistern. Burj Khalifa mit seinen vielen parallel zueinander laufenden Linien war eine mühsame Herausforderung für mich, weswegen die Wahl für die restlichen Motive nicht mehr auf Gebäude fiel.

Zeichnung Burj Khalifa Dubai

Mann aus Dubai Skizze

Gebäude in Dubai

Dubai

Gebäude in Dubai

Dubai Skulpturen Mann und Frau

Ein paar letzte Gedanken

Die Wüsten-Safari der Rub al-Chali war für mich ein Erlebnis, an das ich mich wohl mein Leben lang mit einem warmen Herzen erinnern werde. Ich hätte mir nie erträumt, dass ich eines Tages in einer Wüste unbeschwert mit Sand spielen und so viel Freude dabei haben werde. Auch wenn ich hinsichtlich meiner Mission ein ganzes Skizzenbuch zu füllen in Dubai nicht den größten Kreativitätsschub erlebte, so war die Reise dennoch wunderbar!

Sand in Rub al-Chali

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