Zeichnen in Pula

Auf den Spuren der Römer

Die kroatische Stadt Pula an der Adria wird zu einem immer beliebteren Urlaubsziel im Sommer, denn man kann im türkisen Wasser des Mittelmeers schwimmen, am Strand entspannen, antike Sehenswürdigkeiten bestaunen und klasse Events besuchen. Auch mich hat es für all diese Dinge nach Pula verschlagen, vor allem aber freute ich mich darauf mich von der Stadt zu neuen Bildern inspirieren zu lassen!

Sehenswürdigkeiten in Pula

Amphitheater in Pula

Das Amphitheater in Pula ist nicht nur die bekannteste, sondern auch größte Sehenswürdigkeit der Stadt und das sechstgrößte römische Amphitheater der Welt. Es wurde im ersten Jahrhundert n. Chr. erbaut und bot damals Platz für ungefähr 20.000 Zuschauer, die sich allesamt auf den Sitzplätzen verteilten und die Gladiatorenkämpfe oder (Todes-)Urteile gespannt mitverfolgten.

Die Gladiatorenkämpfe waren ohne Zweifel eine äußerst blutige Art der Unterhaltung, allerdings musste auch nach bestimmten Regeln gekämpft werden und die Kämpfe wurden von einer Art Schiedsrichter aus nächster Nähe beobachtet sowie bewertet.

Amphitheater in Pula

Ein Kampf konnte auf zweierlei Wegen zum Ende führen:

  • Ein Gladiator stirbt während des Kampfes, was den Überlebenden automatisch zum Sieger macht.
  • Ein Gladiator wird zum Verlierer erklärt. Das Publikum stimmt anschließend dafür sein Leben zu verschonen oder es zu vernichten, der Herrscher hat jedoch das letzte Wort.

Im Amphitheater erklärte man uns, dass der Herrscher nur in seltenen Fällen einen Verlierer zum Tode verurteilte, denn jeder Gladiator kostete viel Geld. Sie alle mussten mit Ausrüstung und Waffen ausgestattet, ernährt und trainiert werden. Es war wesentlich günstiger einen Verlierer wieder aufzupäppeln und ihn in weitere Kämpfe zu schicken, als ihn umbringen zu lassen.

Damit kein Gladiator auf die Idee kam sich tot zu stellen und sich so die Freiheit zu ermogeln (man könnte ja nach der Entsorgung des eigenen Körpers davon laufen), wurde jedem angeblich toten Gladiator mit einem riesigen Hammer auf dem Kopf geschlagen - nur, um sicher zu gehen, dass er wirklich tot ist.

Amphitheater Bogen in Pula
Amphitheater in Pula Sehenswürdigkeit

Im fünften Jahrhundert n. Chr. wurden die Gladiatorenkämpfe von Kaiser Honorius verboten, wodurch alle Amphitheater des römischen Reiches ihren Zweck verloren und ihrem Verfall überlassen wurden. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Amphitheater in Pula wieder gepflegt und ist seither Gastgeber zahlreicher Events.

Kurz vor jedem Event werden im Amphitheater Bühnen, Lautsprecher, Stühle, Scheinwerfer etc. aufgebaut, was Elemente der Antike und Gegenwart aufeinanderprallen lässt und irgendwie sehr skurril wirkt. Auch wenn das Amphitheater für manche wie eine Ruine mit viel Geröll aussieht, so ist es das weltweit am besten erhaltene Amphitheater der Römer.

Amphitheater in Pula Event
Amphitheater in Pula

Ich besuchte das Amphitheater an meinem ersten Tag in Pula und zahlte einen regulären Eintrittspreis von 50 Kuna (zirka 7,50 €). Man kann nach dem Bezahlen bis zur Schließung am Abend dort bleiben, mir reichte jedoch ungefähr eine Stunde völlig aus, um das Amphitheater zu bestaunen, auf den Mauern zu spazieren (was gestattet ist! ;D), eine Skizze zu zeichnen und anschließend noch das unterirdische Museum zu besuchen.

Augustus-Tempel in Pula

Der Augustus-Tempel wurde im ersten Jahrhundert n. Chr. zur Zeit von Kaiser Augustus erbaut (dieser lebte 27 v. Chr. bis 14 n. Chr.) und auch nach ihm benannt. Was heute in Pula steht ist größtenteils restauriert, denn der Tempel wurde im Zweiten Weltkrieg fast gänzlich zerstört.

Augustus-Tempel in Pula
Augustus-Tempel in Pula Dach mit Relieffries

Sergierbogen in Pula

Der Sergierbogen ist ein zirka 8 Meter hoher Bogen, der nach der Schlacht bei Actium um 30 v. Chr. erbaut wurde. Wenn man die beiden Seiten genauer anschaut, dann fällt einem auf, dass nur eine Seite des Bogens Verzierungen wie einen Engel besitzt. Grund dafür ist, dass der Bogen ursprünglich vor einen Stadttor stand und man Verzierungen auf der Rückseite sowieso nicht wahrgenommen hätte.

Sergierbogen in Pula verzeirte Seite
Sergierbogen in Pula unverzierte Seite

Franziskanerkloster in Pula

Um das Franziskanerkloster in Pula besuchen zu dürfen, muss man am Eingang einen kleinen Obolus von 9 Kuna geben (zirka 1,35 €). Innen trifft man zu erst auf einen liebevoll gestalteten Innenhof, wo sich eine Statue Marias befindet. Über den Innenhof gelangt man in einen Nebenraum, wo man sich über die archäologische Entdeckung eines dort liegenden, alten Mosaiks informieren kann und zu der bis auf den Altarbereich relativ schlicht gehaltenen Kirche.

Franziskanerkloster in Pula
Franziskanerkloster in Pula - Innenhof
Franziskaner Kloster in Pula - Säulen

Uljanik Werft in Pula

Vor meiner Reise nach Pula hätte ich niemals daran gedacht eine Werft in meinem Blog zu erwähnen, denn das Thema Schiffsbau gehört rein gar nicht zu meinen Interessen. Die alte Uljanik Werft in Pula nimmt jedoch so einen großen Teil von Pulas Stadtküste ein, dass man fast überall die gigantischen Hafenkräne sieht.

Besonders toll: Nach Einbruch der Dunkelheit werden sie zu jeder Stunde bunt angeleuchtet. Viele Seiten im Internet behaupten, dass das Lichtspiel nur 15 Minuten lang geht. Zwar habe ich nicht haargenau die Minuten gezählt, jedoch dauerte das Lichtspiel mindestens doppelt so lange!

Hafenkräne der Uljanik Werft in Pula
Bunt beleuchtete Hafenkräne in Pula

Skizzen und weitere Inspirationen aus Pula

Pula machte es mir sehr einfach draußen zu skizzieren, denn zum einen war das Wetter ausgezeichnet und zum anderen kann man sich vor fast allen interessanten Motiven hinsetzen. Ich muss aber dringendst noch an meinen geraden Linien arbeiten, denn wenn man komisch sitzt, stellt man das Amphitheater krummer dar, als es eigentlich ist.

Skizzen aus Pula

Amphitheater in Pula Skizze
Stoja in Pula Skizze
Boot mit Möwen in Stoja in Pula Skizze
Statue einer Frau in Pula Skizze

Stadtzentrum von Pula

Straße in Pula
Rote Dächer in Pula
Innenhof in Pula
Garten mit Boot in Pula

Außerhalb vom Stadtzentrum

kaputte Häuserfassade in Pula
Rote Nachbarschaft in Pula außerhalb vom Stadtzentrum

Ein paar letzte Gedanken

Ein Urlaub in Pula macht Spaß, wenn man sich für antike und historische Bauten begeistern kann und gerne durch Straßen, Promenaden und Gassen schlendert. Das Buslinien-Netz war für mich als Berliner zu Beginn äußerst verwirrend und ich würde auch jetzt noch keinen Ratgeber dafür verfassen können, aber die Busse sind trotzdem ein gutes und günstiges Transportmittel – vor allem, wenn es zu den Stränden gehen soll!

Es überraschte mich am ersten Tag noch, wie viele Kroaten in Pula Deutsch sprechen. Es dauerte jedoch nicht lange, da entdeckte ich den Grund: Egal wohin man in Pula geht, überall trifft man auf deutsche Touristen. Es sind so viele, dass ich teilweise schon daran zweifelte wirklich im Ausland zu sein. Das Gute daran ist jedoch, dass nun all diejenigen, die nur Deutsch sprechen, in Pula bestens zurecht kommen werden.

Kleiner Tipp: Es lohnt sich an den Events im Amphitheater teilzunehmen! Ich habe das Glück gehabt die Gladiatoren-Show zu besuchen und kann es jedem weiterempfehlen! Man wird lachen, lernen und einen unvergesslichen Abend erleben.

Zeichnen im Amphitheater von Pula
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