Zeichnen auf Reisen

Mit Stiften und Zeichenblock durch die Welt

Das Zeichnen auf Reisen kann man nicht mit dem Zeichnen in den eigenen vier Wänden vergleichen: Man entdeckt nicht einfach nur schöne Zeichenvorlagen, man befindet sich mitten im Geschehen und kann ganz persönliche Eindrücke zu Papier bringen.

Vielleicht empfand man etwas als besonders kalt und möchte dies mit Blautönen auf dem Papier festhalten oder versucht einen chaotischen Ort durch hektisch gezogene Striche darzustellen. Es sind solche Entscheidungen, die den Unterschied zum Zeichnen zu Hause machen, denn wer einen Ort oder eine Situation nicht erlebt hat, der denkt wahrscheinlich gar nicht über solche Kleinigkeiten nach.

Darüber hinaus stellt man sich der Herausforderung sich neu arrangieren zu müssen. Manchmal muss man das Knie als Ersatz für den Schriebtisch nutzen oder das Skizzenbuch beim Zeichnen frei in der Luft jonglieren. Zeichnet man mit verschiedenen Stiften, klemmt man sich manche hinter das Ohr oder stopft sie in die Hosentasche. Man wird kreativ, denn Hauptsache sie sind griffbereit.

Eine weitere Herausforderung ist den Drang nach Perfektionismus zu überwinden. Vor Ort schaffen es die wenigsten von uns eine perfekte Zeichnung anzufertigen. Das ist aber völlig in Ordnung, denn eine einfache Skizze reicht völlig aus. Diese kann man Abends in Ruhe im Zimmer ausarbeiten.

Beim Zeichnen auf Reisen entstehen tolle Dinge, denn das Skizzenbuch wird zugleich auch zu einem einzigartigen Reisetagebuch. Seit ich im Sommer 2018 das erste Mal mit Zeichenblock und Stiften im Gepäck gereist bin, sind Stifte und Skizzenbuch fester Bestandteil meiner Reisetasche. Jahrelanges zeichnen zu Hause hat mir handwerklich sicherlich viel geholfen, aber wirklich lebendig wurden meine Zeichnungen erst nach ein paar Reisen.

Die Welt ist groß und ich habe noch viele Länder vor mir, die ich mit meinem Skizzenbuch besuchen möchte!