Zeichenblockade – und jetzt?

Eine Zeichenblockade ist so ziemlich der größte Mist, der einem als Künstler passieren kann. Sie ist viel mehr als fehlende Inspiration, denn eine Zeichenblockade ersetzt von heute auf morgen Freude und Motivation durch Frust und Ärger. Die Frage ist, woher kommt sie und wie wird man sie wieder los?

Warum macht das Zeichnen keine Freude mehr?

Fast jeder Künstler erlebt eines Tages eine Zeichenblockade. Das einzig Gute daran ist, dass man mit diesem Problem nicht alleine dasteht.

Ich habe mit mehreren Hobby- und Berufskünstlern über Blockaden gesprochen und es scheint, als würden wir alle in dieser Phase massive Selbstzweifel an unserer Fähigkeit zu zeichnen bekommen. Die Gründe für diese Selbstzweifel sind allerdings verschieden.

Zeichnung Tinte – traurige Frau

Die Zeichnungen werden nicht besser

Man muss nicht ständig daran erinnert werden, dass kein Meister vom Himmel gefallen ist. Wenn man aber schon viel Zeit mit dem Zeichnen verbracht hat und immernoch keine Fortschritte sieht, dann kann man sich zu Recht darüber aufregen.

Werden die Zeichnungen wirklich nicht besser?

Wenn man tatsächlich viel Zeit mit dem Zeichnen verbracht hat, ist es unmöglich, dass keine Fortschritte gemacht wurden. Durch die Selbstzweifel ist man allerdings viel kritischer und mitunter sogar unfair zu sich selbst, sodass man sich einredet, es wäre nicht gut genug.

In solchen Momenten kann es helfen alte Zeichnungen hervor zu holen, sie genau anzuschauen und sich noch einmal ehrlich zu fragen, ob man sich wirklich kein Stück verbessert hat. Vielleicht ist das sogar eine Gelegenheit sich aus der Zeichenblockade zu ziehen, indem man ein altes Bild erneut zeichnet. Deutlicher kann man sich selbst den Fortschritt nämlich nicht vor Augen führen.

Andere sind viel besser

Dank Social Media ist es einfacher denn je dem Werdegang Gleichgesinnter zu folgen. Es gibt unzählige Künstler auf der Welt, die ihre phänomenalen Werke ins Netz stellen und von allen Seiten Lob und Anerkennung ernten. Die Messlatte liegt hoch – zu hoch, als dass man mithalten könnte.

Ist der Erfolg Anderer wirklich mein Misserfolg?

Es wird immer jemanden geben, der besser ist. Es bringt aber nichts, wenn man im Neid versinkt und sich damit selbst im Weg steht. Viel mehr sollte man sich von den anderen inspirieren lassen oder wenn möglich etwas von ihnen lernen, anstatt sich mit ihnen zu vergleichen.

Um erfolgreicher im Zeichnen zu werden, sollte man sich nur mit sich selber vergleichen. Wie gut man zeichnet hängt davon ab, wie oft man übt und nicht davon, was die anderen gezeichnet haben.

Ich bin wegen etwas anderem gestresst

Job, Studium und Schule können einem jegliche Energie rauben, wenn man ihre Hürden einfach nicht zu meistern scheint. Auch der Alltag kann uns auslaugen, wenn es Probleme mit Freunden oder der Familie gibt.

In solchen Phasen ist es oft unmöglich zu zeichnen, denn wer eine Last im Herzen trägt, der wird sich schwer kreativ ausleben können.

Muss ich mich zusätzlich stressen?

Manchmal stoßen wir auf Probleme, die sich nicht über Nacht lösen lassen. Es ist nicht gut sich zusätzlich selbst fertig zu machen, weil man nicht zeichnet.

In diesem Fall ist es wichtiger sich erstmal um die anderen Dinge zu kümmern und sich selbst klarzumachen, dass eine Pause vom Zeichnen okay ist. Sobald sich die Wogen glätten, kann man schließlich wieder anfangen.

Wie man wieder mit dem Zeichnen anfangen kann

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: In der Zeichenblockade wird es viele Tage geben, an denen man um keinen Preis einen Stift in die Hand nehmen will. Es wird aber auch Tage geben, an denen man sich doch bereit dazu fühlt.

Bevor man den ersten Strich macht, sollte man zwei wichtige Punkte mit sich selbst vereinbaren:

  1. Alle Zweifel an der eigenen Fähigkeit zu zeichnen werden aus den Gedanken gefegt. Die würden nur im Weg stehen.
  2. Es darf keine Erwartung an das geben, was zu Papier gebracht wird. Man ist offen für alles, egal wohin die Reise geht.

Auch wenn man sich nicht zu viele Gedanken über den Neuanfang machen sollte, so können ein paar letzte Tipps dennoch hilfreich sein:

  • Ein Motiv wählen, das Freude bereitet.
  • Ein Motiv wählen, das umsetzbar ist.
  • Material wählen, das Freude bereitet.
    • Wenn man experimentierfreudig ist: Neues Material ausprobieren!
    • Wenn man zur alten Leidenschaft zurück möchte: Material nehmen, mit dem man umgehen kann!

Es wird einem sofort die Luft aus den Segeln nehmen, wenn das erste Projekt nach der Blockade zu schwer ist oder man das Material nicht mag.

Darüber hinaus ist es auch keine Schande, wenn man feststellt doch noch nicht bereit zu sein für das Zeichnen. Es ist wichtig, sich Pausen zu geben, wenn man sie braucht und es nur dann zu versuchen, wenn man sich dazu bereit fühlt.

Zeichnen in Osaka

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