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Was ich von meinem ersten Skizzenbuch lernen konnte

Mein erstes Skizzenbuch wird im Oktober elf Jahre alt und auch wenn die letzten vier Seiten noch frei sind, habe ich es vor wenigen Tagen endlich für vollendet erklärt. Es ist ohne Zweifel kein vorbildlich geführtes Skizzenbuch, jedoch konnte ich über diesen langen Zeitraum jede Menge von meinem Skizzenbuch lernen.

Die Skizzen-Vorlage muss nicht spektakulär sein

Beim Skizzieren geht es in erster Linie darum regelmäßig zu üben und am Ball zu bleiben (was lustig ist, wenn es von mir kommt, da ich elf Jahre brauchte um mein Buch zu beenden :D). Die direkte Umgebung genügt als Vorlage, egal wie langweilig sie eigentlich zu sein scheint.

In meinem Skizzenbuch gibt es leider nur eine Hand voll Skizzen mit solchen Motiven, da ich sehr selten draußen gezeichnet habe und noch seltener zu Hause mein Zimmer als Vorlage nahm. In Zukunft möchte ich das öfter machen, denn eigentlich gefallen mir diese alltäglichen Momentaufnahmen sehr gut.

2007 – Pinsel im Wasserglas auf Schreibtisch
2007 – Pflanze im Garten
2007 – Im Park
2010 – Stein im Stoff
2010 – Dinge auf Kleiderhaken
2010 – Aschenbecher in der Contra Medienwerkstatt
2011 – Lampe im dunklen Zimmer
2016 – (schiefe) Holzlaube Freie Universität Berlin
2016 – Baum im Park
2016 – Gehweg am See

Fun Fact: Auf einer Skizze meines alten Zimmers kann man das Bild sehen, was später Auslöser für den Blogbeitrag Zeichenblockade: Ich komme mit meinem Bild nicht weiter war.

Eine Skizze kann der erste Schritt zu einem größeren Projekt werden

Nur vier Skizzen in meinem Skizzenbuch haben es geschafft in anderen Projekten umgesetzt zu werden, wobei das erste Bild eigentlich auch nicht wirklich eine Skizze ist. Nichtsdestotrotz können die Skizzen im Skizzenbuch einem aus der Patsche helfen, wenn man den bekannten Ich weiß nicht, was ich zeichnen soll-Moment hat.

Eine separat angefertigte Skizze kann einem das Leben ungemein vereinfachen. Man kann frei experimentieren, sieht am Ende Fehler oder Dinge, die man verbessern kann und startet so das richtige Bild mit einer viel besser durchdachten Skizze.

2008 – Merkwürdiges Dings wurde in ein Webdesign eingebunden
2007 & 2015– Miese Laune
2010 & 2015– Das Lächeln Skizze
2011 – Sonnenbrille Skizze

Fertige Zeichnungen gehören eigentlich nicht in ein Skizzenbuch

Ich tat mich immer schwer Skizzen zu zeichnen. Für richtige Zeichnungen konnte ich mich hingegen viel eher motivieren. Leider hat das dazu geführt, dass viele Bilder im Skizzenbuch daher keine Skizzen, sondern fertige Bilder geworden sind. Ist das jetzt tragisch? Naja…

Eigentlich gehören in ein Skizzenbuch nur Skizzen, denn hier sollen nur Ideen festgehalten oder Dinge geübt werden. Die fertigen Bilder könnte ich vielleicht aus dem Buch reißen und in meiner Zeichenmappe abheften, aber auf Dauer tut das dem Buch nicht gut und wenn sich auf der Rückseite bereits eine andere Skizze befindet, wird es unpraktisch.

Das ist ein Punkt, den ich in keinem weiteren Skizzenbuch mehr wiederholen möchte.

2009 – Pinkes Portrait
2009 – Bleistift und pinker Aquarellstift von Faber Castell
2010 – Krystal
2010 – Jessica
2011 – Apfel
2012 – Soldat
2012 – Teezeit
2012 – verliebt
2013 – Landschaft
2015 - Bonsai

Erst überlegen, dann skizzieren!

Bilder, die nichts im Skizzenbuch zu suchen haben Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mein Skizzenbuch in den letzten elf Jahren teilweise auf brutalste Weise misshandelt habe: Seiten wurden rausgerissen, zusammengeklebt, zusammengetackert und wieder aufgerissen, nur um dann wieder zugeklebt oder rausgerissen zu werden.

Der Grund für das hin und her war entweder, dass mir das Motiv im Nachhinein überhaupt nicht gefallen hat oder es schlichtweg unüberlegtes Gekritzel war. Außerdem habe ich viele Seiten auch rausgerissen, weil ich auf ihnen Adressen oder Telefonnummern mit dem Kugelschreiber direkt neben Skizzen eingetragen habe, was mich später massiv störte.

Das letzte Überbleibsel dieses Skizzenbuch-Massakers ist das Bild zur rechten Seite. Es wurde nur verschont, weil es sich auf der Rückseite einer ziemlich guten Skizze befindet. Man kann aber noch gut sehen, dass ich die zwei ersten Skizzen erst mit der Blume und einem Farbverlauf versucht habe zu überdecken, dann die Seite zusammen geklebt und sie letzten Endes wieder aufgerissen habe.

Das mit den Notizen habe ich mir glücklicher Weise seit einigen Jahren abewöhnt und mittlerweile fällt es mir wesentlich einfacher mich mit nicht so guten Skizzen einfach abzufinden, sodass ich keinen Drang mehr habe Seiten rauszureißen.

Egal wie merkwürdig manche Skizzen aussehen: Ich kann jedem nur empfehlen alles drin zu lassen, denn vielleicht bringen genau diese Seiten einen selbst in fünf, zehn oder zwanzig Jahren zum Schmunzeln!

Ein Skizzenbuch voller Menschen

Mein Skizzenbuch, meine Zeichenmappe, mein Portfolio auf Oh-Man.de sowie der Blog sind sich alle einig: Menschen sind das große Überthema von allem.

Auch die Skizzen in diesem Skizzenbuch haben mich in den letzten elf Jahren auf meiner Reise durch das Thema Menschen zeichnen begleitet. Portraits, Körper, einzelne Gesichts- und Körperteile; Alles ist vertreten.

Ich denke, von diesem Thema werde ich mich in den kommenden Jahren auch nicht trennen, denn ich muss noch jede Menge lernen.

2007 – Schulfreund
2007 – Schulfreundin
2007 – Schulfreundin
2007 – Schulfreundin
2009 – Ich habe eine Hand!
2009 – Mädchen in Sportkleidung
2009 – Gesichtsausdrücke üben mit Lackadaisy
2010 – Finger in der berliner U-Bahn
2012 – Eine Freundin
2012 – Migräne im alten Rom
2012 – Zwei Frauen
2012 – Pause machen
2012 – Portrait
2012 – Buntstifte
2012 – Zähne
2015 – Joggerin Pose
2015 – Bikini Pose
2015 – winken
2015 – Durch die Nase atmen
2015 – Rumsitzen
2015 – Lächeln über die Schulter
2017 – viele Skizzen
2017 – Mund zeichnen üben
2017 – Portrait
2018 - 15min Skizzen am Tag
2018 - 15min Skizzen am Tag
2018 - 15min Skizzen am Tag

Vorsätze für die Zukunft

  • Um Schmierereien zu vermeiden, maximal mit einem 2B Bleistift skizzieren
  • Öfter die Umgebung skizzieren
  • Nur Skizzen zeichnen, keine Zeichnungen - und erst recht keine Malereien
  • Keine Seiten rausreißen, zusammenkleben, zusammentackern oder anderweitig misshandeln
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